Trauer

Trauer – ein Anfang und kein Ende

Trauer

Trauer entsteht durch den Verlust eines Menschen (oder anderen Lebewesens) und beschreibt den Schmerz, den man in diesem Zusammenhang spürt. Jeder empfindet und verarbeitet Trauer anders. Trauer ist ein sehr persönlicher und individueller Prozess! Manche Menschen neigen dazu, diese schmerzvolle Emotion zu unterdrücken, andere wiederum leben sie aus. 

Was ist besser oder schlechter? Klar ist, beim Thema „Trauer“ gibt es, wie so oft, kein Patentrezept. Trauer ist nichts, was nach einer bestimmten Zeit einfach vorüber ist. Sie ist nicht einfach vorbei. Aber wir lernen, mit ihr zu leben. Die Gedanken an den geliebten Menschen (das geliebte Lebewesen) ist irgendwann nicht mehr so schmerzlich, schöne Erinnerungen zaubern uns ein Lächeln auf das Gesicht. Doch egal, wie viel Zeit vergeht – es gibt sie immer wieder, die traurigen Momente. Die Momente, in denen jede Erinnerung scharf wie ein Schwert ist. Uns Hiebe versetzt, uns die Luft zum Atmen nimmt. Momente, in denen wir verzweifeln möchten, auch wenn der Verlust vielleicht schon Jahre zurück liegt. Manchmal gibt es auch Dinge, die uns plagen. Etwas Unausgesprochenes, vertane Chancen. Jede Trauer ist so einmalig, wie die Geschichten der Menschen, die sie verbindet.

Niemand ist fort, den man liebt. Liebe ist ewige Gegenwart.

Stefan Zweig

Der Schmerz geht, die Liebe bleibt. Jedenfalls die meiste Zeit über. Und wenn uns die Traurigkeit mal überkommt, dürfen wir sie sein lassen. Wir dürfen in sie hinein spüren und wahrnehmen, was sie uns sagen will. Nämlich: „Ich liebe dich. Immer. Es gibt keinen Abschluss.“ Die Trauer verändert sich, aber sie bleibt. Für immer. Denn sie steht für das Gefühl der Verbundenheit, den Verlust und die immerwährende Liebe und Nähe. 

Über die Trauer hinwegkommen

Wollen wir das wirklich? Geht das überhaupt? Wenn wir uns darauf besinnen, für was unsere Trauer steht, dann kann ich zumindest ganz klar NEIN sagen. Niemals möchte ich das Gefühl missen, auch wenn es manchmal schwer ist. Wehmütig macht. Bitter-süß schmeckt. Denn die Trauer um meine geliebten Menschen ist ein Teil von mir. Von uns. 

Trauer zu unterdrücken, kann uns auf Dauer krank machen. So wie es alle unliebsamen Emotionen tun, die wir gerne einfach ignorieren. Früher oder später sucht sich die Trauer ihren Weg. Nicht selten gipfelt sie in einer Depression, Angststörung, Panikattacken oder körperlichen Beschwerden, wenn wir sie nicht zulassen.

Welchen großen Einfluss emotionaler Stress zum Beispiel durch (unterdrückte) Trauer haben kann, sieht man am Broken-Heart-Syndrom. Hierbei handelt es sich um eine Herzmuskelerkrankung, die zu Herzschwäche und Herzinfarkt ähnlichen Symptomen führen kann. Meist jedoch wieder vollständig ausheilt, wenn der Stressor nachlässt. Daran kann man gut erkennen, wie wichtig der Trauerprozess ist.

Trauer braucht Zeit

Wie lange darf man trauern? Was ist normal? Wann ist es zu viel? Hier gibt es einfach kein richtig oder falsch. Es gibt keinen Tag X, an dem keine Zeit mehr für Tränen und Schmerz ist. Früher gab es das Trauerjahr und ich finde das nach wie vor sehr passend. Mein Gedanke dabei ist immer, dass der Trauerprozess den Jahreszeiten sehr ähnelt. Der Herbst, in dem die Blätter fallen, das Leben zu Ende geht. Melancholie und Wehmut sich breit machen. Der Winter, der uns den Rückzug und die Einkehr bringt. Das Dunkel, in dem wir still verweilen. Allein mit unseren Gedanken blicken wir traurig auf den vergangenen Sommer. Der Frühling, in dem wir vorsichtig wieder ins Leben zurück kommen. Spüren, dass neues Leben sich regt. Die Welt sich mit uns weiterdreht. Und letzten Endes der Sommer, in dem die Sonne uns wärmt. Wir Liebe und Geborgenheit erfahren.

Verstummt

Deine Stimme lang verstummt. Tage vergehen. Stille.

Zu nah, zu fern. Traurigkeit bleibt. Abschied. Nicht bereit.

Ein Leben. Zu kurz. Kein Erbarmen. Du und ich. Vereint für immer.

Violetta Braimovic

Für manche Menschen reicht der Zyklus nicht aus, andere durchlaufen den Prozess der Trauer schneller. Alles ist okay. Jeder hat ein eigenes Tempo und das bedeutet nicht, dass der eine Mensch mehr oder weniger stark trauert als der andere. Wir trauern einfach nur verschieden.

Was, wenn die Trauer zu stark ist?

So individuell wie die Trauer selber, sind auch die Bedürfnisse der Trauernden. Die einen möchten reden, sich austauschen. Über die geliebte Person sprechen. Die anderen hüten ihre Erinnerungen im Stillen. Wenn du merkst, dass du allein mit deiner Trauer schlecht zurecht kommst, hol dir bitte unbedingt Unterstützung. Es gibt eine große Anzahl an Hilfsangeboten. Sie reichen vom Gespräch mit einem guten Freund / einer guten Freundin über Selbsthilfegruppen bis zur individuellen Trauerbegleitung durch Therapeuten und Coaches.

Deine Vio


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Selbstliebe

Wie egoistisch ist es, sich selbst zu lieben?

Selbstliebe

Der wichtigste Mensch in deinem Leben bist du! Nur eine Floskel oder steckt doch mehr Wahrheit in diesen Worten? Selbstliebe ist für viele Menschen negativ behaftet – sie verwechseln Selbstliebe mit Selbstverliebtheit oder Selbstsucht. Aber genau dieser Unterschied ist entscheidend. Sind wir nämlich in uns selbst verliebt, sehen wir uns durch eine rosarote Brille und stellen uns vielleicht sogar auf ein Podest. Wir agieren aus einem Mangel an Liebe zu uns selbst  heraus. Wir verwechseln dann häufig „brauchen“ mit „lieben“. Hier laufen wir schnell Gefahr, egoistisch zu werden und zu handeln. Lieben wir uns jedoch selbst, so nehmen wir uns an und wissen auch um unsere Schwächen. Wir sind mit uns im Reinen. Eine wichtige Voraussetzung um auch andere Menschen wahrhaft lieben und annehmen zu können. Selbstliebe ist sozusagen eine positive Form von Egoismus, denn Egoismus ist für uns Menschen bis zu einem gewissen Grad überlebenswichtig.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem, was mich immer wieder hinunter zog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich diese Haltung „gesunden Egoismus“. Heute weiß ich, das ist Selbstliebe.

Charlie Chaplin

Selbstliebe als Säule des Selbstwerts

Unsere Selbstliebe ist ein Grundbaustein unseres Selbstwerts. Sie hilft uns, unser Selbstvertrauen aufzubauen, uns selbst zu achten und unsere Gefühle zu regulieren. Sie fördert unsere Authentizität und sorgt dafür, dass wir im Umgang mit anderen Menschen ehrlicher sein können. 

Auch für unsere Beziehungen ist eine gesunde Selbstliebe wichtig. Lieben wir uns selbst zu wenig, suchen wir Bestätigung bei anderen Menschen. Häufig geraten Beziehungen dadurch in Schieflage. Einerseits weil der andere Part eventuell nicht in der Lage ist, unser Bedürfnis nach Anerkennung zu erfüllen, andererseits weil es uns nicht genügt und wir immer mehr fordern.

Auch das Streben nach materiellen Dingen kann auf eine zu geringe Selbstliebe zurückzuführen sein. Durch immer stärkeren Konsum versuchen wir diesen Mangel auszugleichen, doch häufig ist es einfach nie genug.

Was genau ist nun aber Selbstliebe?

Zuerst einmal ist Selbstliebe nicht einfach. Sie zeigt sich nicht durch nette Instagram-Fotos, mit denen wir zeigen, dass wir uns etwas gönnen. Den leckeren Latte-Macchiato, die neuen Schuhe oder den angesagten Lebensratgeber. Sicher ist „sich etwas gönnen“ wichtig, aber wahre Selbstliebe sucht nicht im Außen, sondern wurzelt in uns und kommt auch aus uns heraus. Das Empfinden wahrer Selbstliebe kann unser Leben nachhaltig prägen und verändern. Selbstliebe hilft uns Stress zu verhindern, weil wir lernen, die richtigen Prioritäten für unser Leben zu finden. Wir erkennen, was wir uns zumuten können und überfordern uns somit nicht ständig. Selbstliebe gibt uns Selbstsicherheit und lässt uns auch mal „Nein!“ sagen. 

Wir erlernen Selbstliebe in der Regel in der Kindheit, wenn wir bedingungslose Liebe durch unsere  Eltern und andere Bezugspersonen erfahren. Was aber, wenn das nicht der Fall ist? Wenn die Liebe zum Kind an Bedingungen und Erwartungen geknüpft wird? Dadurch erlernen wir, dass wir uns nur selbst wertschätzen und lieben können, wenn wir etwas gut gemacht haben, viel Geld verdienen, ein makelloses Äußeres haben oder arbeiten bis zum Umfallen. So wird unsere Fähigkeit zur Selbstliebe fehlgeleitet.

Selbstliebe erlernen

Ist nun alles zu spät? Nein! Denn Selbstliebe kann man auch als Erwachsener erlernen. Wir haben hier einige Tipps für dich, die dir helfen, deine Selbstliebe zu stärken.

  1. Sei dein bester Freund und behandle dich auch so! Schätze dich wert und sei gutmütig mit dir. So wie du deinem besten Freund seine Fehler vergibst, vergib auch dir, wenn mal etwas schief läuft. Tröste dich und mach dich nicht fertig. Nimm dich gedanklich in den Arm und führe dir deine Stärken vor Augen.
  2. Womit warst du heute zufrieden? Schreib auf, was du heute Positives erfahren hast. Was hast du vielleicht gut gemacht oder dir gegönnt? Worüber hast du dich vielleicht gefreut? Regelmäßiges Journaling kann dir hier helfen.
  3. Freue dich, wenn dir etwas gelungen ist! Klopf dir ruhig selber mal auf die Schulter und sei stolz auf dich. Gönne dir etwas Selbstbestätigung.     
  4. Vergleiche dich nicht mit anderen! Keine leichte Übung und nicht immer einfach. Wir alle vergleichen uns ständig mit anderen Menschen. Versuche dich, zuerst für dich selbst zu interessieren und erst dann auf andere Menschen zu schauen.
  5. Setze Grenzen und vertrete deine Ansichten! Niemand kann erraten, was dir gerade durch den Kopf geht. Gewöhne dir an, deiner Umwelt klar zu sagen, was dich beschäftigt und was deine Bedürfnisse sind. Sage nein, wenn du etwas nicht möchtest. So erleichterst du dir und deiner Umwelt den Umgang miteinander.
  6. Tu dir etwas Gutes! Mach einfach mal das, worauf du gerade Lust hast. Lass die Arbeit liegen und gehe deinen Bedürfnissen nach. Gönne dir etwas, nimm dir eine Auszeit – ganz gleich, was du gerne magst, wichtig ist, dass du es tust! Vielleicht kannst du hier ein kleines Ritual für dich entdecken.

In unseren Coachings schulen wir unsere Klienten regelmäßig auch zum Thema „Selbstliebe“. Wenn du also noch mehr Input haben möchtest, dann wende dich gerne an uns.

Deine Vio


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Selbstbild verbessern

Dein Selbstbild beeinflusst Deinen Erfolg

Selbstbild

Kennst du das auch? Am Anfang bist du total überzeugt von etwas, einem neuen Projekt, zum Beispiel willst du mehr Sport machen, mit dem Rauchen aufhören oder eine Idee fürs eigene Business entwickeln. Dann brennst du total dafür und denkst an nichts anderes, bis nach ein paar Wochen die Luft wieder raus ist. Du beginnst also Dinge, verlierst aber immer irgendwann die Motivation und gibst dann schnell wieder auf. Und dann ärgerst du dich wahnsinnig über dich selbst und fragst dich jedes Mal, warum das so ist, warum du es nicht schaffst, Dinge durchzuziehen und zu beenden.

Es könnte an deinem Selbstbild liegen. Also wie du über dich denkst. Deine Gedanken, die du dir über dich selbst machst, bestimmen nämlich dein Selbstbild.

Denkst du zum Beispiel, dass du …

  • eine attraktive Frau / ein attraktiver Mann bist?
  • nur das Beste in deinem Leben verdienst?
  • erfolgreich bist?

Oder denkst du eher, dass du …

  • nicht gut genug bist?
  • etwas nicht verdienst?
  • nie deine Ziele erreichen kannst?

Genau dieses Selbstbild entscheidet dann darüber, ob du im Leben Erfolg hast oder ständig versagst, ob du beliebt oder unbeliebt bist oder glücklich oder unglücklich bist. Dein Selbstbild entscheidet auch darüber, wie dich andere wahrnehmen und wie sie sich dir gegenüber verhalten.

Wie entsteht dein Selbstbild?

Die Psychologie definiert das Selbstbild als unsere Vorstellung über die eigene Person. Jeder von uns hat ein Bild von sich, seiner Persönlichkeit, seiner Stärken und Schwächen. Dieses Selbstbild ist durch Erfahrungen und Erlebnisse in der Kindheit, vor allem in den ersten sieben Jahren, entstanden. Alle Fehler, Verletzungen, Niederlagen und Erfolge formen dein Selbstbild. Als Kind funktioniert deine Selbstwahrnehmung noch nicht so gut. Du bist einfach noch nicht in der Lage, deine eigene Persönlichkeit zu erkennen.

Darum glaubst du natürlich alles, was dir deine Umwelt sagt, ohne es auf seine Richtigkeit zu überprüfen. Du wirst es glauben, wenn du von deinem Umfeld immer wieder gespiegelt bekommst, dass du zum Beispiel etwas nicht kannst, zu schnell aufgibst oder kein Selbstvertrauen hast. Daraus entstehen die sogenannten Glaubenssätze, innere Überzeugungen, wie wir uns selbst wahrnehmen und wie wir über uns denken.

Glaubenssätze prägen Dein Selbstbild

Um bei unserem obigen Beispiel zu bleiben könnte dir vielleicht jemand in deiner Kindheit ständig gesagt haben „Nie bringst du was zu Ende!“. Dieser und möglicherweise viele andere solcher Sätze oder weitere negative Erfahrungen hinterlassen einen Abdruck in deiner Psyche und prägen dein immer negativer werdendes Selbstbild. Seitdem siehst du dich dann möglicherweise als einen Menschen, der Dinge nicht zu Ende bringt und genau das kann zur selbsterfüllten Prophezeiung werden. 

Henry Ford hat einmal gesagt: 

„Ob du glaubst, dass du es kannst oder ob du glaubst, dass du es nicht kannst. Du hast recht behalten!“

Deine Glaubenssätze werden sich immer bestätigen, da du immer Beweise dafür finden wirst, was du im Inneren über dich selbst denkst. Das kommt daher, dass der Mensch mehr Reize aus seiner Umwelt aufnimmt, als er sie bewusst verarbeiten kann. Was heißt, wir nehmen nur das wahr, worauf unsere Wahrnehmung programmiert ist. Das kann auch dazu führen, dass in objektive Situationen unsere subjektive Meinung hinein interpretiert wird. Dein Selbstbild formt dein Leben, da es dein Denken, Handeln und Fühlen beeinflusst.

Dein Selbstbild setzt sich zusammen aus:

  • deiner Identität (Name, Alter, Geschlecht, Ausbildung, Beruf, Anschrift)
  • deiner gesellschaftlichen Position
  • deiner Selbstwahrnehmung, wie du deinen Körper siehst und bewertest
  • deinen Talenten, Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • deinen Zielen, Interessen, Bedürfnissen & Werten
  • deinen Wünschen und Zielen, die du hast
  • deinen Erfahrungen aus deiner Kindheit, die du gemacht hast (Erfolge, Niederlagen)
  • dem, was andere über dich denken
  • deinen Beziehungen und deinem Besitz, die du hast und wie du sie einschätzt

Einige dieser Faktoren können dein Selbstbild positiv, andere negativ beeinflussen. Das Problem ist, je mehr negative Aussagen du zu hören bekommen hast und je mehr negative Erfahrungen du gesammelt hast, desto negativer verfestigt sich dein Selbstbild. 

Dem Teufelskreis entkommen

Ein negatives Selbstbild bedeutet, dass du selbst schlecht über dich denkst. Diese Gedanken haben Einfluss auf dein Verhalten und deine Ausstrahlung. Folglich nehmen dich die anderen auch negativ wahr und sehen dich genau so, wie du dich innerlich selber siehst. Es entsteht ein Teufelskreis: Weil du ein negatives Selbstbild hast, das du auch nach außen ausstrahlst, reagiert dein Umfeld dir gegenüber auch negativ. Es verhält sich dir gegenüber abweisend oder sagt schlimme Dinge über dich. Das bestätigt dich dann in deinem Bild über dich selbst!

Diese Erkenntnis von der Macht des Selbstbildes kann einerseits helfen: das Problem wird klarer, man verzweifelt nicht mehr so stark am eigenen Verhalten, weil man eine Erklärung dafür hat. Andererseits aber verzweifelt man an dem Problem oft mehr, denn man hat das Gefühl, nicht viel ändern zu können. 

Wann solltest du dein Selbstbild verändern?

Erfahrungsgemäß haben die meisten Menschen ein eher negatives Bild von sich. Solltest du überwiegend negativ über dich denken, wäre es Zeit für eine Veränderung, denn mit diesem Bild von dir selbst machst du es dir unmöglich, glücklich und erfolgreich zu sein. Unser Selbstbild entscheidet über unser Selbstwertgefühl und unser Selbstvertrauen. Sehen wir uns in einem positiven Licht, dann haben wir ein positives Selbstwertgefühl und fühlen uns stark und selbstsicher. Andersherum führt ein negatives Selbstbild zu Minderwertigkeits-gefühlen und wir fühlen uns wie ein Versager. Dies kann zu psychischen Problemen wie sozialen Ängsten und Depressionen führen.

Das, was wir tun oder wie wir uns verhalten, wird immer von dem Bild von uns selbst beeinflusst. Wenn wir zum Beispiel glauben, wir seien ein Pechvogel, dann werden wir auch ständig vom Pech verfolgt werden. Doch was du von dir selbst glaubst, liegt ab einem gewissen Alter in deiner alleinigen Verantwortung und du kannst dir aussuchen, wie du dich selbst gerne sehen willst. Die Art, wie du über dich denkst bestimmt deine Handlungen in der echten Welt! 

Nehmen wir einmal an, du hast den großen Traum, dich selbstständig zu machen und erfolgreich ein Business aufzuziehen, um damit viel Geld verdienen zu können. Wenn du jedoch nicht an dich glaubst und denkst, dass du es sowieso nicht schaffst, wirst du dein Projekt nur halbherzig oder auch gar nicht angehen. Die Folge daraus ist: Du wirst scheitern.

Wenn du also in deinem Leben etwas verändern möchtest, musst du zuallererst dein Denken über dich verändern. Der Glaube an dich selbst macht dich stärker und selbstsicherer, weil du mit deinem positiven Selbstbild deine Talente, Fertigkeiten und Fähigkeiten besser nutzen kannst.

Ein positives Selbstbild aufbauen

Glücklicherweise ist unser Selbstbild nicht in Stein gemeißelt, sondern veränderbar. Haben wir gelernt meist negativ über uns zu denken, können wir nun auch lernen, uns ein neues, positives Bild von uns zu erschaffen.

Um den oben genannten Kreislauf zu durchbrechen, ist es am besten nicht mehr auf die Meinung anderer zu hören, denn was andere über dich sagen oder denken, sagt absolut nichts über dein Selbst aus. Entscheide selbst, wie du sein möchtest, dich wahrnimmst und über dich denkst!

Mache dir dazu erst einmal deiner Gedanken bewusst. Hinterfrage deine negativen Gedanken und finde positive Gegenbeispiele. Stelle dir dazu immer folgende Fragen:

  • Ist das wirklich so?
  • Ist das immer so?
  • Muss das so bleiben?

Beispiel:

Ich kann nie meine Ziele erreichen.

Ist das wirklich so? „Eigentlich nicht. Ich habe mein Abitur bestanden und mein Studium abgeschlossen.“

Wichtig ist, dass du dir eine Liste mit nun positiven Gedanken über dich anlegst und sie dir jeden Tag laut vorliest. Auf diese Weise festigt sich dein positives Selbstbild und verankert es in deinem Unterbewusstsein.

Somit hast du dein Selbstbild mit Hilfe von Affirmationen umprogrammiert. Affirmationen sind effektive Techniken des Mentaltrainings. Affirmationen sind „bejahende Aussagen“. Sie sind unter anderem zum Loslassen und für den Aufbau von Selbstvertrauen von Nutzen. Sie geben dem Unterbewusstsein durch positiv formulierte Sätze eine neue Orientierung, wodurch Denkgewohnheiten verändert werden. Verhaltensweisen und Entscheidungen werden dadurch beeinflusst, weil sie durch die Affirmationen immer in Richtung der gesetzten Ziele gelenkt werden. Das liegt daran, dass unser Unterbewusstsein wesentlich mehr weiß, als unser Bewusstsein.

Beispiele sind:

  • Ich bin selbstbewusst
  • Ich bin ein wertvoller Mensch
  • Ich verdiene viel Geld
  • Ich bin Top-Manager eines großen Unternehmens

Der Nachteil dieser Affirmationen kann aber auch sein, dass man sich auf die Suche nach den magischen Worten begibt, die man sich vor sich selbst wiederholen kann, wie eine Art Gehirnwäsche. Aber egal, welche Worte verwendet wurden, es hat sich zwar kurzfristig gut angefühlt und oft aber auch nicht. Und vor allem hat es nichts am Selbstbild und am Verhalten geändert. Oft ist es nämlich so, dass die meisten Sachen, die wir für feste Eigenschaften von uns halten, einfach Fähigkeiten sind, die wir trainieren können. Unser Selbstbild ist etwas Konstruiertes, mit dem unser Gehirn Halt finden und uns geben will, dass wir uns, in dieser unsicheren Welt, sicher über uns selbst sind. Dieses Konstruierte ist solange die komplette Wahrheit für uns, bis wir eine andere kennenlernen oder wählen. Die größte Schwachstelle von Affirmationen ist, dass wir sie nicht glauben, egal wie stark wir sie uns immer wieder vor uns hersagen. 

Kleine Schritte führen zum besseren Selbstbild

Doch was können wir leichter glauben als Affirmationen? Dinge, die im Außen passieren. Es ist schwierig, uns für etwas zu halten, zum Beispiel ein Top-Manager, wenn wir es noch gar nicht sind. 

Der vielleicht bessere Weg dein Selbstbild zu verändern, ist die WAHRHEIT über dich zu verändern! Wir glauben der Wahrheit mehr als irgendwelchen Affirmationen. Wenn du dich also so sehen möchtest, dass du niemand bist, der gerne schnell aufgibt, dann könntest du genau damit anfangen, ebensolche Erfahrungen zu sammeln. Du könntest dir zum Beispiel jeden Tag kleine Ziele setzen, die du dann auch zu Ende bringst und sofort aufschreibst, dass du sie zu Ende gebracht hast. Je mehr du davon erlebst und aufschreibst, desto mehr wird sich dein Selbstbild verändern und das auf eine stabile Weise, denn es entspricht von Tag zu Tag mehr der Wahrheit, dass du ein Mensch bist, der Dinge beendet. Bei Zweifeln kannst du dann immer wieder in deine Aufzeichnungen schauen. Wichtig ist also, in kleinen Schritten immer mehr die Dinge zu TUN, die du für richtig hältst. Damit verhältst du dich so, wie du sein willst. Du erschaffst dir dadurch eine Vision von dir selbst, die mehr Kraft entwickelt als jedes visualisierte Ziel im Außen, was du denkst, erreichen zu müssen. Der größte Nutzen von Zielen ist, dass DU dich veränderst auf dem Weg dahin. Es geht also ums Hineinleben in das Bild, dass du über dich haben willst und in die Vision von dem Menschen, der du sein willst. 

Wir brauchen nicht nur schöne Gedanken, sondern vor allem Handlungen. Handlungen, die du visualisiert darstellst, damit du immer den Beweis vor Augen hast, dass du tatsächlich die Person bist, die du sein möchtest.

Wenn du dein Selbstbild verändern möchtest, probiere es doch einfach einmal aus! Und solltest du dabei Hilfe benötigen, schreibe uns gerne an. Mit unseren persönlichen Coachings unterstützen wir dich auf deinem Weg zu dir selbst.

Deine Mel


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Rituale als Anker

Rituale als Anker unseres Lebens

Ritual

Mein Mann pflegt jeden Morgen vor dem Weg zur Arbeit seinen Kaffee zu trinken und dabei die Neuigkeiten auf seinem iPad zu lesen. Ihm ist es am liebsten, wenn er dabei nicht gestört wird. Ich habe es lange Zeit nicht verstanden und empfand es als langweilig… bis ich genauer hingeschaut habe und feststellte, dass ich ebenso meine Rituale habe und sie mir „heilig“ sind.

Rituale… sie entwickeln sich meist unbemerkt über einen langen Zeitraum und werden oft gar nicht so bewusst wahrgenommen. Mal ist es der Kaffee am Morgen, eine Meditation zum Ausklang des Tages, oder das wöchentliche Treffen mit den Freunden. Jeder Mensch hat seine Rituale, die ihm guttun. Und wir brauchen sie. 

Doch warum ist das so?

Wenn wir das Wort Rituale hören, denken wir oft an altbackene, manchmal auch religiös besetzte Verhaltensweisen. Sie sind nach vorgegebenen Regeln ablaufende Handlungen, die zu festgelegten Zeiten stattfinden und einem gleichen, wiederkehrenden Ablauf folgen. Doch sie sind weit mehr als das! Sie sind liebgewonnene persönliche Angewohnheiten, die uns in unserem Alltag fehlen, wenn sie einmal ausfallen müssen. Über diese verinnerlichten Abläufe denken wir nicht mehr nach, weil sie zur Normalität geworden sind. 

Es sind die Anker unseres Lebens! Anker, die wir in unserem unruhigen Leben ausgeworfen haben, um uns zu stabilisieren und Halt zu geben. Wir benötigen, gerade in der heutigen Zeit, feste Strukturen und geregelte Abläufe. Diese Muster von Wiederholungen ermöglichen uns einen sicheren Rahmen, um uns mit Selbstvertrauen, Kraft und Zuversicht durch unser Leben zu bewegen. Wir fahren sozusagen auf Autopilot, wenn wir Rituale leben. Das hilft uns, uns auf die wichtigen Dinge zu fokussieren. 

Durch das Ritual spüren wir, dass wir nicht allein sind, sondern Teil einer Gemeinschaft. Indem wir wiederholt gemeinsam etwas tun, werden wir uns der Tatsache bewusst, Teil von etwas zu sein. Dieses Zugehörigkeitsgefühl vermittelt Sicherheit und Geborgenheit. 

Gerade auch im Familienleben haben gemeinsame Rituale eine große Bedeutung. Sie geben dem Alltag der Kinder eine feste Struktur, in der sie sich wohlfühlen und die für ihre gesunde Entwicklung wichtig ist. Immer wiederkehrende Ereignisse wie gemeinsame Mahlzeiten, das Vorlesen vorm Schlafengehen oder der Gute-Nacht-Kuss sind genauso wichtig wie die Schultüte am ersten Schultag, das gemeinsame Schmücken des Weihnachtsbaumes an Heiligabend oder die Abiturfeier. Es gehört zum Leben dazu. Dieses gemeinsame emotionale Erleben stärkt das Gefühl der Verbundenheit und fördert den Zusammenhalt. 

Auch für Erwachsene in stressigen oder emotional belastenden Momenten können Rituale wertvolle Anker sein. Zum Beispiel kann der bekannte Ablauf bei Trauerfeierlichkeiten dabei helfen, sowohl diese belastende Situation zu überstehen, als auch bei der Verarbeitung des Verlustes und beim Abschließen, um sich Neuem öffnen zu können. Ebenso hilft den Hinterbliebenen das Gedenken an den Verstorbenen zu den Jahrestagen bei der Bewältigung ihrer Trauer, und Sie finden Halt in diesem wiederkehrenden Ritual. Dadurch haben sie das Gefühl, eine Situation kontrollieren zu können, in der sie sich eigentlich völlig machtlos fühlen.

Warum sind aber diese Anker für uns so wichtig?

Der Mensch hat sein Leben gern unter Kontrolle und sehnt sich nach Geborgenheit. Rituale geben unserem Alltag Struktur und damit ein Gefühl von Sicherheit. Wenn du zum Beispiel jeden Morgen gerne deinen Kaffee trinkst und er einmal alle ist, fühlst du dich unsicher und unruhig. Wir mögen keine Veränderungen und erst recht keinen Stress. Uns bekannte Dinge oder Verhaltensweisen, die wir selbst kontrollieren können, die wir in- und auswendig beherrschen lassen uns Herausforderungen oder unnötige Belastungen besser meistern. 

Gerade in Krisenzeiten sind solche Anker sehr wertvoll. Sie machen unser Leben vorhersehbarer, lassen uns in einem für uns bekannten Rahmen bewegen und geben uns damit einen Ort der Sicherheit. Wissenschaftliche Studien belegen, wie sehr uns Rituale in schwierigen Situationen helfen. Eine Forschung an der Harvard University ergab, dass Rituale Ängste und Stress verringern können.

Viele vergessen gerade jetzt in der Pandemie-Zeit an sich selbst zu denken, da sie damit beschäftigt sind, sich um ihre Gesundheit, Finanzen oder andere geliebte Menschen zu kümmern. Um so mehr benötigen wir jetzt unsere liebgewonnenen Gewohnheiten, unsere Wohlfühlmomente, wie banal und einfach sie auch sein mögen, denn sie geben uns die Kraft und den Ansporn weiterzumachen. Also nehmt euch die Zeit zum Ausschlafen, ein gutes Buch vorm Einschlafen oder eine entspannende Gesichtsmaske einmal in der Woche. Es sind die kleinen Dinge, die wichtig sind. 

Rituale haben einen positiven Effekt auf unser Wohlbefinden und damit auch auf unsere Gesundheit. Sie stellen eine Belohnung dar, wie etwa das entspannende Schaumbad am Abend nach einem stressigen Tag. Studien zeigen, dass Rituale Gefühle wie Glück und Freude verstärken können, also wie ein Gefühlsbooster wirken. Sich für etwas Zeit zu nehmen, auf das man sich freut, macht es um so wertvoller. Rituelle Handlungen stärken also unsere Zufriedenheit und unser Glücksempfinden.

Rituale im Alltag – wie Du sie sinnvoll einbauen kannst

Da jeder Mensch anders tickt und dementsprechend auch andere Rituale hat, kann man nicht pauschal sagen, welche Rituale deinen Alltag verbessern können. Es gibt aber ein paar allgemeingültige Tipps, die dir dabei helfen können, deinen Alltag zu strukturieren und somit entspannter und produktiver in den Tag zu starten:

Morgenroutine:

  • Nimm dir morgens Zeit für die Dinge, die dir morgens wichtig sind. Ohne Zeitdruck kannst du entspannt duschen, deinen Kaffee trinken, frühstücken oder auch deine Social Media Accounts checken. 

Rituale am Arbeitsplatz:

  • Gönne dir Pausen während der Arbeit. Das verhindert Stresssituationen und macht dich produktiver.
  • Gehe mit Kollegen gemeinsam Mittagessen. Der persönliche Austausch ist wichtig und fördert das Gemeinschafts-und Zusammengehörigkeitsgefühl.
  • Mache einen kurzen Spaziergang im Park und genieße die Sonne, die dir ins Gesicht scheint. 
  • Wenn du unter Zeitdruck stehst, versuche dich zu fokussieren, schaue aus dem Fenster und atme mehrmals tief durch. So kannst du deine Konzentration anschließend wieder voll und ganz auf deine Arbeit richten.

Abendroutine:

  • Genieße den Abend, ohne an den Job zu denken
  • Trinke einen Entspannungstee und lies dazu ein spannendes Buch
  • Dimme das Licht, einige Zeit bevor du ins Bett gehst, denn helles Licht hält dich künstlich wach
  • Mache dich „bettfertig“, so lange du noch nicht zu müde dafür bist, dann kannst du gleich ins Bett gehen, wenn du müde wirst

Rituale im privaten Bereich:

  • Nimm dir Zeit Menschen zu treffen, die dir wichtig sind und dir guttun
  • Mache regelmäßig Sport, der dir Spaß macht
  • Verwöhne dich mit Kleinigkeiten, die dich glücklich machen, sei es ein Stück Schokolade, ein Kleidungsstück oder gute Musik
  • Baue Entspannungstechniken (Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Meditation) in deinen Alltag ein.

Genieße deine Rituale, deine Anker in deinem Leben, in vollen Zügen und lebe sie aus! Das Gute ist, dass sie immer wieder neu erfunden werden können. Wenn es gerade Dinge gibt, die dir guttun, mach sie zu deinem neuen Ritual und heiße es in deinem Leben so oft wie möglich willkommen.

Deine Mel


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Multitasking / Monotasking

Multitasking – Fluch oder Segen?

Life Coach in Berlin

Unter Multitasking versteht man die Fähigkeit, mehrere Aufgaben oder Tätigkeiten gleichzeitig auszuführen. Allerdings ist dein Gehirn nur bedingt dazu in der Lage. Führst du unterbewusst ablaufende Vorgänge aus wie zum Beispiel Gehen, kannst du ohne großen Aufwand eine weitere Tätigkeit, auf die du dich konzentrieren musst, durchführen. Allerdings ist dein Gehirn nicht darauf ausgelegt, zwei Tätigkeiten, die deine volle Aufmerksamkeit erfordern, parallel auszuführen. Liest du einen Text und telefonierst dabei, springt dein Gehirn dauernd zwischen beiden Tätigkeiten hin und her. Die Folge daraus ist, dass du beide Tätigkeiten nicht mit voller Aufmerksamkeit ausführst. Wer kennt es nicht? Während des Telefonats mal eben schnell einen Social-Media Beitrag lesen. Auf einmal fragt dein Gesprächspartner „Was meinst du dazu?“ Und du denkst „Huch, worum ging es jetzt gerade?“ Durch das Hin- und Herspringen nimmst du nur Fetzen des Gesagten wahr und kannst dem Gespräch nicht richtig folgen.

Was passiert in deinem Gehirn, wenn du Reize aufnimmst?

Pro Sekunde werden rund 300 Impulse durch Nervenfasern in deinem Körper an dein Gehirn weitergeleitet. Diese Informationen sind sehr vielfältig. Was siehst du gerade, welcher Geruch dringt in deine Nase? Wie fühlt sich die Oberfläche an, die du gerade mit deiner Hand berührst? Alles, was du wahrnimmst, wird für kurze Zeit in deinem Ultrakurzzeitgedächtnis gespeichert. Schenkst du ihnen keine Aufmerksamkeit, werden sie innerhalb von Zehntelsekunden wieder gelöscht. 

Wenn du deine Aufmerksamkeit jedoch auf eine der Informationen richtest, wird sie in dein Arbeitsgedächtnis verschoben und du kannst auf sie reagieren. Hier verarbeitest du die Information, ordnest sie ein, gleichst sie mit Erfahrungen aus der Vergangenheit ab und steuerst deine Handlung. Hast du die Information in deinem Arbeitsgedächtnis verarbeitet, kannst du dich später auch an sie erinnern. 

Der Haken daran ist, dass dein Arbeitsgedächtnis nur eine begrenzte Kapazität hat. Deshalb nimmt dein Gehirn bewusst nur die Reize wahr, die für dich bedeutsam sind. Irrelevante Reize blendet es aus. Dadurch gelingt es dir, dich auf wichtige und relevante Aufgaben zu konzentrieren. 

Wird sind also gar nicht in der Lage, wirkliches Multitasking auszuführen!

Ist Multitasking schädlich?

Klar ist, dass Multitasking die Gefahr von Fehlern in der Ausführung von Aufgaben und Tätigkeiten birgt. Durch das Hin- und Herspringen zwischen zwei Aufgaben oder Tätigkeiten verbrauchst du enorm viele Ressourcen deines Gehirns. Du verschwendest Energie und führst zudem keine der beiden Tätigkeiten richtig aus. Deine Konzentration leidet, du kannst dir weniger merken. Sogar die Qualität von Gesprächen verschlechtert sich. Du wirst von deinem Gegenüber als unaufmerksamer wahrgenommen, wenn du während des Gesprächs auf dein Handy schaust und du bist es auch tatsächlich.  Zudem geraten die meisten Menschen schnell in Stress (mehr zum Thema „Stress“ erfährst du hier), da ihnen bewusst ist, dass sie nicht in der Lage sind, zwei oder mehrere anspruchsvolle Aufgaben gleichzeitig und zu 100% auszuführen.

Auch wird vermutet, dass eine ständige Informationsflut dein Gehirn schädigen könnte, indem es irgendwann Wichtiges nicht mehr von Unwichtigem unterscheiden kann. 

Monotasking ist das bessere Multitasking

Wenn du bemerkst, dass du im Multitasking-Modus unterwegs bist, solltest du bewusst in den Monotasking-Modus schalten. Denn Monotasking bringt einige Vorteile mit sich:

  1. Du springst nicht mehr zwischen komplexen Aufgaben hin und her. Dadurch bleibt deine Konzentration erhalten und du sparst enorm viel Zeit, da du keine ständigen Unterbrechungen hast.
  2. Du bist somit schneller und du machst weniger Fehler.
  3. Du bleibst im Hier- und Jetzt und schweifst nicht ab.
  4. Du erinnerst dich besser an das, was du gelesen oder worüber du gesprochen hast.

Monotasking stellt besonders für Menschen, die sich schnell langweilen eine Herausforderung dar. Viele Menschen kennen die Situation: Du sitzt gerade an einer langweiligen oder ungeliebten Aufgabe, da blinkt das Handy. Eine neue Nachricht und du denkst „Ach, ich schau nur mal schnell.“ und schon wird hin- und hergeschrieben und du unterbrichst dauernd deine eigentliche Tätigkeit. Oder du beginnst gerade eine Aufgabe und plötzlich hast du einen super Einfall, dem du ganz schnell nachgehen musst.

Wie verhinderst du, dich in solchen Situationen ablenken zu lassen?

Tipps für erfolgreiches Monotasking

  1. Ziehe den „virtuellen Stecker“! Sobald du mit einer Aufgabe beginnst, vermeide Störungen. Hierzu kannst du zum Beispiel dein Handy auf lautlos stellen oder den Flugmodus anschalten. Schalte den Fernseher und das Radio aus. Außerdem kannst du dir einen Zeitplan erstellen. Hier legst du Zeitfenster fest, in denen du zum Beispiel auf Social-Media Kanälen unterwegs bist, deine Mails checkst usw.
  2. Lege dir ein Notizbuch zurecht. Hier kannst du Ideen und Einfälle schnell notieren, damit du sie nicht mehr im  Kopf haben musst und zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurückkommen kannst. 

Wenn du grundlegend deinen Alltag neu strukturieren möchtest oder deine Prioritäten kennen lernen und verfolgen möchtest, unterstützen wir dich auch gerne in einem Coaching.

Deine Vio


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Perfektionismus: Nobody is perfect

Vom Streben nach Perfektion

Life Coach in Berlin

Strebst du auch nach Perfektion? Lässt du dich von den perfekten Bildern perfekter Menschen auf diversen Social-Media-Kanälen und in der Werbung dazu hinreißen, zu denken, du wärst nicht annähernd so perfekt? Wir alle unterliegen einem ständigen äußeren Einfluss. Wir sollen schlanker und jünger sein, unsere Haut glatter. Und bitte auch gleich noch erfolgreicher und intelligenter. Powervoller und lieblicher. Nur wer Schönheit, Anmut, Liebreiz, Demut, Erfolg und Dankbarkeit in sich vereint, ist auf einem guten Weg, fast perfekt zu werden. Aber eben auch nur fast.

Perfektionismus beschreibt in der Psychologie ein Konstrukt, mit dessen Hilfe versucht wird, das übertriebene Streben nach Perfektion und Fehlervermeidung zu erklären. Soviel zur Theorie. Was aber bedeutet das in der Praxis? 

Perfekt unperfekt

Eine gewisse Art von Perfektion ist uns allen eigen. Sie spornt uns an, motiviert uns, unsere Ziele zu erreichen und jedes Mal ein Stück weiterzugehen. Daraus schöpfen wir in einem gewissen Maße Kraft und es unterstützt unser Wachstum.

Warum können manche Menschen gut damit umgehen, nicht perfekt zu sein und Fehler zu machen und andere wiederum nicht? Wer dauernd alles richtig machen will, läuft Gefahr, an den eigenen Ansprüchen zu scheitern und lähmt sich in seinem Wachstum. Wann aber wird der Grundstein für das Streben nach Perfektion gelegt? Ein Erklärungsversuch.

Zu Perfektion neigen Menschen, die nach Anerkennung durch Leistung streben. Häufig liegen die Ursachen hierfür in der Kindheit verborgen. So wurden sie oft von den Eltern oder anderen wichtigen Bezugspersonen abgewertet und nur dann gelobt, wenn sie eine gute Leistung erbracht haben. Sie wurden nicht um ihrer Selbstwillen geliebt, sondern immer auf Erfolg und Misserfolg reduziert. Die Betroffenen haben oft das Gefühl, nie wirklich zu genügen. Sie empfinden sich als inkompetent und haben das Gefühl, ein Versager zu sein. Um zu verhindern, dass andere das ebenso sehen könnten, treiben sie sich immer wieder zu neuen Höchstleitungen an und gehen über ihre individuellen Belastungsgrenzen hinaus. Ihnen geht es dabei nicht so sehr um die Details, sondern vielmehr um die Leistung.

Auch Menschen, die unter zwanghaften Verhaltenszügen leiden und zum Beispiel übertrieben ordentlich und pedantisch sind, neigen zu Perfektion. Sie haben große Angst, Fehler zu machen und als Folge daraus von anderen Menschen abgelehnt zu werden. Sie sind immer sehr kontrolliert und kontrollieren ihre Mitmenschen. Auch hier liegt die Ursache nahezu immer in der Kindheit. Die Betroffenen haben gelernt, sich unbedingt an Normen zu halten, weil sie sonst bestraft, nicht geliebt oder moralisch abgewertet werden. Für zwanghafte Perfektionisten steht das Detail im Vordergrund. Er möchte absolut fehlerfrei sein. 

Beide Arten lassen sich auf jeden denkbaren Lebensbereich übertragen. Es wäre also vollkommen falsch, zu glauben, dass Perfektionismus sich nur auf den Beruf auswirkt. Vielmehr streben Perfektionisten nach einem perfekten Leben in jeder Hinsicht. Hierbei gilt in unserer Gesellschaft inzwischen: Höher, schneller, weiter um (fast) jeden Preis!

Die Folgen vom Streben nach Perfektion

Man kann sich über Erreichtes nicht mehr freuen, denn nicht ist gut genug. Der Selbstwert leidet enorm darunter. Die Folge ist häufig der psychische und/oder physische Zusammenbruch. Perfektionisten neigen häufiger als andere Menschen zu Depressionen, Angsterkrankungen und Burnout. Der ständige negative Stress fordert langfristig seinen Tribut und kann zu Herz-Kreislauferkrankungen uvm. führen.

Wege aus dem Perfektionismus

Sowohl der Leistungsperfektionist wie auch der zwanghafte Perfektionist können lernen, entspannter und leichter zu leben. Allerdings mit unterschiedlichen Strategien. 

Für die Leistungsperfektionisten geht es in erster Linie darum, loszulassen. Weg von dem Leistungsdruck und hin zu mehr Gelassenheit. Dinge unternehmen, die Spaß machen. Sich mit dem, was man erreicht hat, zufrieden zu geben und mit Spaß an die Dinge heranzugehen. Dabei müssen Leistungsperfektionisten stets aufpassen, dass sie nicht in die Leistungsfalle tappen. So kann zum Beispiel der Freizeitsport schnell wieder zum Wettbewerb ausarten, in dem der Betroffene sich dann wieder zu Höchstleistungen anspornt. Das Ziel sollte sein, mit einer gesunden Portion Ehrgeiz und Motivation an Aufgaben heranzugehen und zu wissen, wann es genug ist. 

Die zwanghaften Perfektionisten profitieren davon, sich in kleinen Schritten von ihrem Streben nach Perfektion zu befreien. Das kann damit beginnen, Arbeiten einfach mal liegen zu lassen. Sich etwas zu gönnen, während eine Aufgabe unerledigt ist. Oder auch nicht die gesamte Wohnung einer Grundreinigung zu unterziehen, wenn sich Besuch angekündigt hat, sondern nur einmal durch zu saugen. Schritt für Schritt erarbeiten sie sich so mehr Gelassenheit.Für beide Gruppen gilt: Auf die eigenen Bedürfnisse zu hören und sie auch zu erfüllen. Fehler nicht länger als Versagen, sondern als Chance etwas dazuzulernen, zu sehen. Sich nicht ständig mit anderen zu vergleichen und nachsichtig mit sich zu sein. Dinge auch mal hinzunehmen und nicht alles stets zu analysieren. Und vor allem um Hilfe zu bitten, wenn man dem Hamsterrad allein nicht entkommen kann! Hierzu bieten wir kompetente Unterstützung in unseren Coachings. 

Eure Vio


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Kontrollverlust und Ängste

Kontrollverlust in der Corona-Pandemie

Life Coach in Berlin

Ich las den Post einer Freundin, in dem sie ihre Existenzangst beschrieb, für sich, ihre Angestellten und Kunden nicht genug getan zu haben. Um ihr Geschäft erhalten zu können hat sie Konzepte erarbeitet, hat dann miterleben müssen, dass sie gegen eine starre Bürokratie ankämpft und sie ihre „Lebenserhaltungsmaßnahmen“ nicht umsetzen darf. Sie musste Neid anderer Menschen ertragen, nur weil sie um ihr eigenes Überleben kämpft. 

Als ich das las, stellte ich mir unweigerlich die Frage, was eigentlich hinter ihrem Post steckt. Es ist ein Gefühl von Ohnmacht, die Kontrolle über das eigene Leben zu verlieren. 

Wie äußert sich Ohnmacht im Alltag?

In der heutigen Zeit streben wir Menschen nach Autonomie, uns unabhängig, aktiv und spontan, ohne Vorgaben selbst zu bestimmen. War die freie Berufswahl selbst zu Beginn des 20. Jahrhunderts teilweise noch undenkbar, können wir doch heute größtenteils den Beruf ausüben, den wir möchten. Heute sind wir der „Macher“ unseres Lebens und fühlen uns dadurch sicher. Das Streben nach Sicherheit ist eines unserer Grundbedürfnisse.

Doch in der momentanen Corona-Pandemie wird dieses Sicherheitsbedürfnis durch mangelnde Transparenz gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Prozesse, sowie komplexer werdenden alltäglichen Einschränkungen erschüttert. Die politischen Entscheidungen stehen nicht mehr im Einklang mit unseren eigenen Zielen und Werten. Plötzlich haben wir unser Leben nicht mehr im Griff. Es entstehen Existenzängste, gedrückte Stimmung, Isolation, Einsamkeit und Ohnmachtsgefühle. Viele Menschen haben Angst vor der eigenen Ansteckung oder Erkrankung bzw. Verlust naher Angehöriger. Die Betroffenen fühlen sich wie gelähmt, macht- und hilflos, irgendwie ausgeliefert und abhängig ohne Einflussmöglichkeiten. Es entsteht das Gefühl, nichts durch den eigenen Willen bewegen zu können. Hinter all diesen Ängsten steckt ein gefühlter oder tatsächlicher Kontrollverlust bzw. eine Machtlosigkeit, eines der am stärksten abgewehrten Gefühle. Denn wer möchte sich schon gerne als ein Opfer der Zustände fühlen? Diese Gefühle gehen einher mit Angst, Frustration und Wut und können das Selbstvertrauen erschüttern.

Welche Erkrankungen können als Folge von Ohnmachtsgefühlen entstehen? 

Die verstärkten Einschränkungen und die überall präsenten Befürchtungen zur Corona-Pandemie können Ängste verstärken und Gefühle wie Kontrollverlust auslösen. Dies kann psychische Symptome weiter verstärken. Infolgedessen kann Überforderung infolge von Stress auftreten, die zu Gewalt führen, Depressionen, Burnout und Ängste hervorrufen kann und ist womöglich an der Entstehung von körperlichen Krankheiten beteiligt. 

Was kann man dagegen tun?

  1. Die wichtigste Erkenntnis ist: Wir können nicht alles kontrollieren!
  2. Es ist entscheidend, sich der Machtlosigkeit bewusst zu sein. Dieses Eingeständnis ist ein erster Schritt nach vorne. 
  3. Die Erwartungen und Hoffnungen an die eigene Selbstwirksamkeit vermindern. Es kann hilfreich sein, die eigenen Grenzen des Machbaren zu erkennen und zu akzeptieren. Es ist kein Grund sich ohnmächtig und minderwertig zu fühlen, nur weil man gerade etwas in seinem Leben nicht ändern kann.
  4. Sich neue, machbare Ziele setzen, um sich Enttäuschungen durch zu hoch gesetzte Ziele zu ersparen. Dadurch wird das Selbstvertrauen und die eigene Motivation gestärkt.

Die Überwindung der Ohnmacht beginnt bei uns selbst und unserem Denken. Wir müssen an unsere eigenen Fähigkeiten und Stärken glauben und daran, dass wir in der Lage sind, durch entschlossenes und mutiges Handeln etwas bewegen zu können, auch wenn es nur in kleinen Schritten vorwärts geht.

In der aktuellen Pandemie-Situation empfehlen wir Dir unsere kostenlose Meditation “Kontrolle & Ängste loslassen”. Sie kann dem Gefühl von Kontrollverlust und Ängsten entgegen wirken. Wenn Du Dich für unser Coaching entscheidest, können wir aktiv gemeinsam daran arbeiten.

Deine Mel


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Feundschaft beenden - so geht es

Freundschaften beenden

Freundschaften für die Ewigkeit?

Life Coach in Berlin

Wir führen Freundschaften, um gute und schlechte Dinge miteinander zu teilen, zu lachen, zu weinen, uns aufeinander zu verlassen und füreinander da zu sein. Neid, Missgunst und ähnliche negative Gefühle haben da keinen Platz. Wir alle haben die Vorstellung von Freundschaften, die für die Ewigkeit gemacht sind. Der beste Freund oder die beste Freundin, die uns ein Leben lang begleitet. Allerdings gibt es verschiedenste Gründe dafür, dass Freundschaften mit der Zeit auseinandergehen. Die Luft ist raus. Das liegt in erster Linie daran, dass wir alle uns im Laufe unseres Lebens weiterentwickeln. Wir lernen dazu, unsere Interessen, Bedürfnisse und unsere Persönlichkeit verändern sich. Manchmal passen Freundschaften dann nicht mehr zu uns oder sie tun uns schlicht auch nicht gut. Vielleicht geben sie uns auch nicht mehr, was wir brauchen. Die Verbundenheit oder gemeinsame Interessen sind nicht mehr vorhanden. Auch das Aufrechterhalten von Freundschaften aus Lebensabschnitten, mit denen wir innerlich bereits abgeschlossen haben, kann problematisch sein. 

Woran wir erkennen, dass die Luft raus ist

  • wir freuen uns nicht mehr auf die Treffen, sie werden mehr und mehr zur Pflicht
  • uns ist egal, was im Leben unseres Freundes los ist
  • uns ist egal, ob unser Freund weiß, was in unserem Leben gerade passiert
  • wir vermissen die Person nicht in unserem Leben 
  • wir melden uns nie, sondern warten, bis der andere es tut
  • der Kontakt ist zur Gewohnheit geworden
  • auf den Vorschlag eines Treffens folgt keine Tat
  • wir haben nicht mehr das Gefühl, für den anderen da sein zu wollen
  • wir wenden uns mit Problemen an andere Freunde
  • es gab einen Streit oder Konflikt
  • das Vertrauen ist weg / wurde missbraucht
  • eigene Verpflichtungen, so dass die Zeit einfach fehlt

Hilfreich kann es immer sein, sich vorzustellen, die Freundschaft würde nicht mehr existieren. Wie fühlt sich das an? Wenn wir die Freundschaft sofort beenden könnten, würden wir das tun? Diese Fragen sollten wir uns ehrlich beantworten, um herauszufinden, ob wir diesen Schritt gehen wollen, denn er ist fast immer unumstößlich und nicht mehr rückgängig zu machen. Deshalb sollten wir uns vorab eingehend reflektieren. 

Freundschaften beenden – so geht’s!

Beenden wir eine Freundschaft, aus der die Luft raus ist, schaffen wir Platz für neue Begegnungen und Freundschaften. Wir haben mehr Zeit, um andere Freundschaften intensiver zu pflegen. Wie aber beenden wir Freundschaften ohne den anderen zu verletzen? 

Die angenehmste Art eine Freundschaft zu beenden, ist das „Fade out“. Das heißt, wir schränken den Kontakt extrem ein bis er auf Null ist. Diese Variante funktioniert gut, wenn beide Seiten kein Interesse mehr an der Freundschaft haben. Sollte sich die andere Seite jedoch weiterhin melden, wäre es nicht fair, das zu ignorieren.

In diesem Fall kann ein Gespräch helfen. Hier müssen wir unbedingt vorab unsere Absicht geklärt haben! Was wollen wir in dem Gespräch erreichen? Das Gespräch sollte im besten Fall persönlich erfolgen, weil das einen respektvollen Umgang mit der Situation widerspiegelt. Hier sollten wir keine Ausreden suchen und unbedingt ehrlich sein! In dem Gespräch kann dann das Anliegen geklärt werden. Vielleicht liegt ein Streit oder eine Meinungsverschiedenheit zugrunde und es bedarf nur einer Klärung. Oder aber es stellt sich heraus, dass ein Ende der Freundschaft unausweichlich ist. 

Manchmal hilft es in Absprache mit der anderen Person eine Pause einzulegen. Hier kann man sich die Zeit nehmen, runterzukommen und zu prüfen, ob man den anderen vermisst. Wichtig hierbei ist es, sich einen konkreten Zeitrahmen zu setzen.

Ist die Entscheidung klar und unumstößlich, dann sollte das Ende sofort oder zeitnah besiegelt werden.

Es ist absolut normal, dass wir uns auch nach dem Ende einer Freundschaft traurig und frustriert fühlen – genau wie nach einer Trennung in einer partnerschaftlichen Beziehung. Wir dürfen uns also auch hier Zeit nehmen, um alles in Ruhe zu verarbeiten.

Du möchtest Unterstützung in schwierigen Situationen? Dann schau Dir doch einmal unser Coaching an.

Deine Vio & Mel


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Boreout: Unterforderter Angestellter

Boreout – wenn Langeweile krank macht

Was ist Boreout?

Life Coach in Berlin

Der Begriff Boreout leitet sich von dem englischen Begriff to be bored (sich langweilen) ab. Es trifft vornehmlich Angestellte und Beamte in guten Positionen, die zudem über eine gute Bildung verfügen. Freiberufler und Selbstständige sind sehr selten betroffen. Es beschreibt einen Zustand der Langeweile, die so stark ist, dass sie die Betroffenen krank macht. Boreout ist nicht als Krankheit anerkannt und findet daher bis heute keine Berücksichtigung im ICD. Es tritt nicht so häufig auf, wie Burnout und findet vermehrt im beruflichen Kontext statt. Grundsätzlich ist die chronische Unterforderung ebenso belastend wie eine langanhaltende Überforderung. Bei einer dauerhaften Unterforderung besteht die Gefahr, dass die Sinnhaftigkeit im Leben verloren geht, denn gebraucht und geschätzt zu werden, stärkt den Selbstwert. Bleibt dies aus, belastet das die Psyche enorm. Boreout entwickelt sich schleichend und wird in den meisten Fällen durch eine monotone Arbeit ausgelöst, bei der Herausforderungen und Anreize fehlen. Früher war Boreout eine häufige Begleiterscheinung bei der Fließbandarbeit, heute hat es Einzug in Büros und andere Arbeitsbereiche gefunden. Es fehlt Raum für Kreativität und Eigenengagement. 

Psychische Belastung durch Boreout

Betroffene schätzen ihre Arbeitsleistung als zu gering ein und sind besorgt, dass andere dies mitbekommen könnten. Sie stehen in einem dauerhaften Gewissenskonflikt, da sie ihre Aufgaben immer nur hin und her schieben. Belastend ist zudem der Gedanke, die Interessen des Arbeitgebers zu verletzen. Sie empfinden einen enormen inneren Druck, denn die gute Stellung mit angemessenem Gehalt ermöglicht ihnen oft einen Lebensstandard, den sie nicht aufgeben wollen. Das bindet sie an den ungeliebten Job. Um die Langeweile vor anderen zu verbergen, wird Stress vorgetäuscht. Die Betroffenen begleitet eine ständige Angst, da sie sich nicht trauen, das Thema anzusprechen, um nicht als faul oder weniger leistungsfähig zu gelten. 

Woran erkenne ich ein Boreout?

Die Symptome ähneln denen eines Burnout und bergen daher eine große Verwechslungsgefahr. Hier muss eine sorgfältige Anamnese erfolgen, um dem Boreout auf die Spur zu kommen. Typisch ist das Gefühl, handlungsunfähig zu sein und nichts ändern zu können. Sich in einer beruflichen Sackgasse zu befinden, man fühlt sich unwohl, ist wenig bis gar nicht motiviert. Flüchtigkeitsfehler häufen sich und der Selbstwert geht verloren.

Welche Symptome kommen bei einem Boreout vor?

Mögliche Symptome können sein: 

  • Schlaflosigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • introvertiertes Verhalten
  • depressive Stimmung
  • Libidoverlust
  • starke Erschöpfung mit Leistungsabfall
  • Lustlosigkeit
  • Flucht in eine Sucht
  • gesteigerte Aggressivität
  • Kopfschmerzen

Es handelt sich immer um eine Kombination mehrerer Symptome über einen längeren Zeitraum. Die unbefriedigende Situation bedeutet aber nicht nur Stress für die Psyche, sondern auch für den Körper, was zum Beispiel Bluthochdruck oder Magenschmerzen verursachen kann.

Wie kommt man aus einem Boreout raus?

Am Anfang sollte immer ein offenes Gespräch mit dem Vorgesetzten stehen. Hilfreich ist auch das Führen eines Arbeitsprotokolls, um die tatsächliche Arbeitszeit zu erkunden. Ist die Situation nicht veränderbar, sollte über einen Arbeitgeberwechsel nachgedacht werden. Auch eine sinnhafte Tätigkeit im privaten Bereich wie etwa ein Ehrenamt kann als Ausgleich dienen und die Situation deutlich verbessern. Hat man das Gefühl, die Situation nicht allein bewältigen zu können, kann ein Coaching oder auch eine Therapie hilfreich sein. Gerade bei Anzeichen einer schweren Depression ist eine therapeutische und gegebenenfalls stationäre Unterstützung unumgänglich.

Was kann der Arbeitgeber tun?

Durch regelmäßige Interventionen und Mitarbeitergespräche kann der Arbeitgeber die Potenziale des Arbeitnehmers filtern und diese fördern. Regelmäßige Fortbildung unterstützen die Weiterentwicklung. Auch Maßnahmen wie Jobrotation innerhalb des Unternehmens oder eine vielfältige Arbeitsteilung bieten Anreize und neue Herausforderungen. Monotonie wird so vermieden.

Grundsätzlich findet Boreout in unserer Leistungsgesellschaft noch zu wenig Aufmerksamkeit und wird selten thematisiert, Betroffene werden als faul und nicht leistungsfähig angesehen. 

Vielleicht ist unser Positive Coaching etwas für Dich: Dabei sehen wir das aktuelle Ziel als einen Schritt auf dem Weg zu mehr Sinnhaftigkeit im Leben.

Eure Vio und Mel


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Life Coach Vio

Life Coaching: Was das ist und wie es Dir helfen kann

Was ist Life Coaching?

Life Coach in Berlin

Der Begriff Coaching kommt aus dem Englischen und beschreibt eigentlich eine Betreuung oder ein Training (ursprünglich im Sportbereich). Life Coaching steht demnach für Lebenstraining oder Lebensberatung und kann als eine Form der Persönlichkeitsentwicklung angesehen werden. Grundsätzlich richtet sich das Life Coaching an Menschen, die etwas in ihrem Leben  oder auch sich selbst verändern wollen, in einer Lebenskrise sind oder Unterstützung in einem Lebensbereich benötigen. So kann es zum Beispiel sein, dass Du in einem Life Coaching Themen wie Selbstverwirklichung, Sinnfindung, Job, Familie oder auch Partnerschaft bearbeiten möchtest. Die Grenzen zwischen den einzelnen Bereichen sind oftmals fließend, sodass sich während eines Coachingprozesses häufig mehrere Themen zeigen und auch bearbeitet werden können. Das Coaching ist kein endlicher Prozess, sondern im Grunde ein Kreislauf, in dessen Verlauf sich immer wieder neue Fragen und Perspektiven eröffnen können. Hierbei sollte vor allem auch großer Wert auf die Eigenverantwortlichkeit des Coachees gelegt werden, damit dieser unabhängig vom Life Coach an der Verwirklichung seiner Ziele arbeiten kann.

Im Vordergrund stehen beim Life Coaching die Freiwilligkeit, Ressourcen und Ziele des Coachees. Dabei geht es stets um eine lösungs-, zukunfts- und zielorientierte Arbeit zwischen Life Coach und Coachee. 

Im Coachingbereich gibt es verschiedene Strömungen, das heißt, dass Coaches in eine bestimmte Richtung ausgerichtet sind. In meinem Fall ist das die Positive Psychologie. Wie sich diese Richtung von anderen unterscheidet, erfährst Du hier.

Der Übergang zwischen Life Coaching und Therapie ist oftmals nicht klar abgegrenzt. In der Regel gilt hier, dass man in einem Coaching üblicherweise mit psychisch gesunden Menschen arbeitet und im Gegensatz dazu die Therapie zur Wiederherstellung der psychischen Gesundheit dient. In beiden Fällen kommen bei mir grundsätzlich Methoden aus der Psychotherapie zum Tragen, da ich als Heilpraktikerin  über die Heilerlaubnis verfüge und somit in beiden Fällen tätig werden darf.

Was macht ein Life Coach? Wie kann mir Life Coaching helfen?

Life Coaching kann Dir auf vielfältige Weise helfen und Dir neue Perspektiven aufzeigen. So zum Beispiel:

  • Analyse Deiner IST-Situation
  • herausarbeiten von Belastungen und Unzufriedenheit
  • klären der Motivation
  • erkennen und lösen von Verhaltensmustern, Blockaden, Glaubenssätzen 
  • Bedürfnisse erforschen
  • gemeinsame Erarbeitung von Lösungen und neuen Blickwinkeln/Sichtweisen
  • erkennen und fördern von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Talenten
  • Unterstützung bei der persönlichen Weiterentwicklung und Selbstverwirklichung
  • Stärkung der Ressourcen
  • Förderung der Resilienz
  • Aufbau mentaler Stärke, um mit Krisensituationen, Schicksalsschlägen o.ä. besser umgehen zu können
  • Verbesserung der Selbstreflexion
  • Achtsamkeitstraining

Auch hier können die Themen sehr vielfältig sein. Unter anderem kann es zum Beispiel um die Steigerung des Selbstwertes beziehungsweise des Selbstbewusstseins gehen, der Erarbeitung eines Zeitmanagements, treffen von Entscheidungen, erkennen von Sinn und Werten im Leben, Work-Life-Balance, Stressmanagement oder auch die Frage nach dem persönlichen Glück.

Was biete ich Dir im Life Coaching?

In meinen Coachings stehen Vertrauen, Respekt, Wertfreiheit und Empathie an erster Stelle. Ich unterstütze Dich mit klientenzentrierter Gesprächsführung darin, Deine Aussagen zu reflektieren indem ich sie Dir empathisch spiegele. Ich helfe Dir, Deine Gedanken zu ordnen und Klarheit zu schaffen. Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch alles, was er für ein erfülltes Leben benötigt, in sich trägt. Ich unterstütze Dich mit den entsprechenden Tools darin, dies herauszuarbeiten und Deine Ziele zu erreichen. Während meiner Coachings stehen Deine Stärken und Ressourcen jederzeit im Fokus unserer gemeinsamen Arbeit. Hier erfährst Du mehr über die Verfahren, die bei mir zum Einsatz kommen.

Deine Vio