Richtig entspannen bei Stress, mehrere Personen in einem ENtspannungskurs - liegen ausgestreckt auf Matten und haben die Augen geschlossen

Wie entspanne ich richtig bei Stress?

In meinem letzten Blogartikel zum Thema Stress bin ich darauf eingegangen, woher Stress kommt, was uns stresst, warum manche Menschen schneller gestresst sind als andere und warum chronischer Stress auf Dauer gefährlich und gesundheitsschädlich sein kann. So kann eine Dauerstressbelastung unter anderem in einem Burnout enden. In diesem Blogartikel möchte ich dir nochmal einige Entspannungsmethoden näherbringen. Als zertifizierte Entspannungstherapeutin ist das eines meiner Lieblingsthemen und Entspannung ist tatsächlich unerlässlich, um dem Alltag gut gewappnet entgegentreten zu können.

Kurze Entspannung, große Wirkung

Was ich meinen Klienten immer zuerst mit auf den Weg gebe, ist, dass es egal ist, wieviel Zeit ich gerade zum Entspannen habe oder eben auch nicht – es lohnen sich schon wenige Minuten täglich, um seinem Körper und der Psyche Gutes zu tun. Messungen wie zum Beispiel die Herzratenvariabilität geben Hinweise darauf, wie gestresst das System (Sympathikus / Parasympathikus) ist und wie sich gezielte Entspannungsübungen darauf auswirken. Eine Testreihe in unserer Praxis hat dazu sehr gute Ergebnisse geliefert. Bereits nach 6 Wochen war in nahezu allen Fällen eine deutliche Verbesserung der Herzratenvariabilität sichtbar. Dabei hat es oftmals schon gereicht, 3 – 4 mal täglich für 5 Minuten bewusste Atemübungen einzubauen. Was Herzratenvariabilität genau ist, erfährst du hier.

Atemübung

Menschen liegen entspannt

Womit wir auch schon bei der ersten Übung wären, die du ganz einfach ausführen kannst. Du suchst dir einen ruhigen Platz, setzt oder legst dich entspannt hin und stellst dir einen Wecker auf 5 Minuten. Dann schließt du deine Augen und beginnst bewusst tief in den Bauch zu atmen. Konzentriere dich darauf, mit jedem Atemzug mehr Weite in deinem Bauchraum und in deinem Brustkorb entstehen zu lassen. Wenn du magst, kannst du deine Atmung auch begleiten, indem du zum Beispiel zu dir selbst sagst „Ich atme Ruhe ein und ich atme Stress aus“. Du kannst auch versuchen, deinen Atem zu visualisieren. Dabei stellst du dir vor, wie dein Atem dich zum Beispiel als lila Licht durchströmt. 

Diese Übung ist absolut effektiv und wirklich leicht durchzuführen – in jeder Situation! Manchmal höre ich von Klienten, dass sie gerade im Büro immer super gestresst seien, aber dort einfach nicht ungestört sind, sodass sie selbst diese kurze Übung nicht durchführen können. Ich gebe ihnen dann immer den Tipp, die Übung auf der Toilette auszuführen. Selbst wenn das Ambiente dort meist zu wünschen übrig lässt, ist es ein Ort, an dem man nicht gestört wird – und dem Atem ist es egal, wo er fließt.

Extra Tipp: Es gibt auch tolle Apps, die dich mit Klangschalen oder Gongschlägen begleiten. Probiere einfach aus, was dir liegt und womit du gut entspannen kannst. 

Autogenes Training

Das Autogene Training ist ein Entspannungsverfahren, was man in der Regel in der Gruppe erlernt, manchmal auch im Rahmen des Coachings oder der Therapie in Einzelsitzungen. Vereinfacht gesagt, handelt es sich beim Autogenen Training um eine Form der Selbsthypnose. Mit bestimmten Affirmationen soll das vegetative Nervensystem runtergefahren und ein Ruhezustand erreicht werden. Zu Beginn ist es deutlich einfacher, Autogenes Training in einer geführten Form zu praktizieren. Das bedeutet, der Coach oder Therapeut spricht die Formel und man selbst wiederholt es gedanklich. Ziel des Trainings ist es, die Dauer der Übung Schritt für Schritt zu verkürzen, um am Ende schnell in den gewünschten Entspannungszustand gleiten zu können. Neben dem Stressabbau wirkt das Autogene Training auch bei Schlafstörungen, Ängsten, Schmerzen, Konzentrationsschwäche und vielem mehr. Du willst mehr Infos zum Autogenen Training? Dann klick hier.

Fernöstliche Methoden – Yoga, QiGong und TaiChi

Der Fokus liegt bei diesen Verfahren sowohl auf dem Geist als auch auf dem Körper. Alles bildet eine Einheit und das Ziel ist es, eine Balance herzustellen. Durch gezielte Übungen wird sowohl die Fitness als auch die mentale Stärke trainiert. 

Welche Entspannungsmethode ist für mich die richtige?

Hier gilt es tatsächlich auszuprobieren, was dir liegt. Es gibt unzählige Verfahren, die du selber anwenden kannst und Methoden, die geführt werden wie zum Bespiel die Hypnose, die wir auch immer wieder erfolgreich anwenden. Wenn es dir schwerfällt, abzuschalten, können dir geführte Verfahren den Einstieg absolut erleichtern. Wenn du später mehr Erfahrung hast, kannst du vieles super einfach allein anwenden. Egal, ob Meditation, Yoga, Atemübungen oder eines der anderen Verfahren – wichtig ist, dass es dir gut tut, du dich damit wohlfühlst und du es dauerhaft in deinem Alltag anwenden kannst. 

Deine Vio


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Das Wort "Stress", in jedem Buchstaben ist ein gestresste Mensch abgebildet

Stress abbauen – der Gesundheit zuliebe

Was stresst Dich? Warum empfinden Menschen Stress als unterschiedlich belastend? Eine wichtige Rolle bei der Bewertung, was Dir Stress bereitet und was nicht, spielt Dein Gehirn. Es sammelt den ganzen Tag über Eindrücke, speichert und bewertet sie. Dein Gehirn entscheidet aufgrund von Erfahrungen, ob eine Situation für Dich Gefahr bedeutet oder nicht. Erkennt Dein Gehirn eine Situation als bedrohend, stößt es eine Stressreaktion an, die Deinen Körper für Flucht und Kampf bereit macht. Dabei geht es in unseren modernen Gesellschaften in Stresssituationen nur noch selten um eine Bedrohung für Leib und Leben, vielmehr stehen für Dich andere Gefahren im Vordergrund. Allein die Vorstellung solcher Gefahren kann zu einer Stressreaktion führen. Wiederholt sich eine Situation, läuft die Stressreaktion sogar noch schneller ab, da Dein Gehirn sich den Stressor merkt. Dabei ist die Reaktion bei jedem Menschen individuell. Persönliche Erfahrungen, Einstellungen, Emotionen und Verhaltensmuster sowie vererbte Faktoren spielen hierbei eine große Rolle.

Stressoren (Stressfaktoren) sorgen für Stressreaktion

Im Laufe der Evolution haben sich auch die Stressoren verändert. Waren es früher hauptsächlich Hunger, Krankheiten, Verletzungen oder Kälte so sind es heute in den überwiegendsten Fällen psychosoziale Ursachen. Sie lassen Dich gereizt und nervös werden und versetzen Deinen Körper und Deine Psyche in Alarmbereitschaft. 

Stress erlebst Du unter anderem, wenn

  • Du Versagensangst hast 
  • Du Deinen Selbstwert bedroht siehst
  • Du den Verlust eines wichtigen Menschen befürchtest oder erfährst
  • Du Dich zu wenig bewegst oder ungesund ernährst
  • Du an einer schweren Krankheit leidest
  • Du dauerhaft zu großen Belastungen ausgesetzt bist
  • Du anhaltenden Leistungsdruck und Termindruck hast
  • Du Konflikten ausgesetzt bist (zum Beispiel auf der Arbeit, in der Schule oder in der Familie)
  • Du eine übertriebene Anspruchshaltung Dir selbst gegenüber hast und ständigen Perfektionismus lebst
  • Du Dir Sorgen machst, unzufrieden bist oder Dich Zukunftsängste plagen
  • Du an Labilität, Depressivität oder starker Ängstlichkeit leidest

Wie Stress der Gesundheit schadet

In stressigen Situationen schüttet Dein Körper Hormone aus. Über zwei verschiedene Wege (Hypophyse und Hypothalamus) werden Adrenalin, Nor-Adrenalin, ACTH und Cortisol ausgeschüttet. Kurzfristig versetzt diese Reaktion Deinen Körper in den Modus für Flucht und Kampf. Es werden zusätzliche Energiereserven freigesetzt:

  • Blutdruck und Puls steigen
  • der Atem wird schneller
  • es wird mehr Sauerstoff in die Muskeln transportiert
  • die Muskulatur wird besser durchblutet, der Muskeltonus steigt
  • der Blutzuckerspiegel erhöht sich
  • die Blutgerinnung ist erhöht
  • die Verdauung wird gehemmt

Ist die stressige Situation vorüber, kehrt der Organismus zum Normalzustand zurück und die Organe können sich erholen. Wird der Stress aber nun chronisch, weil Du Dich dauerhaft in einer stressigen Situation befindest, läuft die Stressreaktion ununterbrochen weiter. Der Körper kann nicht regenerieren. Das kann auf lange Sicht zu gesundheitlichen Schäden führen. Dabei kann es zu

  • Denkstörungen
  • Stoffwechselstörungen
  • Störungen des Immunsystems (Infektanfälligkeit)
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Diabetes
  • Depressionen
  • Angststörungen und Panikattacken
  • Burnout
  • erhöhtem Blutdruck
  • Rückenschmerzen und Muskelverspannungen 
  • Kopfschmerzen, Migräne 
  • Tinnitus
  • Suchtverhalten (Drogen und Alkohol)
  • sexueller Unlust
  • Magen- und Darmgeschwüren 

kommen. 

Stress abbauen – gesund leben

In unserer heutigen schnelllebigen Zeit kannst Du Stress nur bedingt verhindern. Täglich bist Du unfassbar vielen Umweltreizen und Stressfaktoren ausgesetzt. Was Du jedoch tun kannst, ist, Dich zu stärken, um stressige Situationen besser (er)leben zu können. Du kannst dabei auf sofortige und langfristige Stressbewältigung zurückgreifen. Zu Beginn ist es allerdings unerlässlich, Dir Deiner Stressoren bewusst zu werden! Mach Dir also klar, was Dich stresst. Im Alltag, im Job aber auch in der Freizeit. Hast Du das herausgefunden, kannst Du in akuten Situationen 3 einfache Methoden anwenden, um dem Stress Einhalt zu gebieten:

1. Stopp sagen

Sage laut „Stopp“. Atme dabei bewusst tief ein und aus. Frage Dich, was genau Dich gerade stresst. Nimm Dir einen Moment Zeit, um die Situation zu analysieren und darüber nachzudenken, wie Du jetzt stattdessen stressfrei handeln könntest. 

Wichtig: Wir können nicht denken, wenn wir gestresst sind. Du wirst merken, dass Du die Situation besser beurteilen kannst, wenn Du etwas gelassener bist.

2. Wahrnehmung umlenken

Komm ins Hier und Jetzt! Atme mit tiefen Atemzügen und fokussiere Dich achtsam auf etwas, was gerade in Deiner Nähe ist. Schau in den Himmel oder aus dem Fenster. Lege bewusst eine Pause ein und entspanne Dich.

3. Reagiere Dich ab 

Schreie laut oder stampfe mit dem Fuß auf. Gib Deiner überschüssigen Energie Raum und lass sie raus. 

Langfristig kannst Du dem Stress mit Sport und Entspannungsübungen begegnen. Versuche, Dir Deine Zeit so einzuteilen, dass Du zwischendrin Pausen einlegen kannst. Vermeide Multitasking und lerne Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Befrei Dich von Menschen und Beziehungen, die Dir nicht gut tun. Lerne nein zu sagen und Deine Grenzen zu setzen. Mach Dich frei von Perfektionismus und ständigem Leistungsdenken und versuche Deine Stressfaktoren positiver zu bewerten. Deine Einstellung spiet eine große Rolle für Dein Stressempfinden.  

Steckst Du zu tief in der Stressspirale, dann helfe ich Dir gerne in einem Coaching Deinen individuellen Ausstieg zu finden!

Deine Vio.


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Mensch als manipulierte Marionette

Was sind toxische Beziehungen und wie erkennst Du sie?

Toxische Beziehungen haben viele Gesichter und können in jedem Lebensbereich vorkommen. Sie betreffen partnerschaftliche Beziehungen, zwischenmenschliche Beziehungen im Arbeitskontext, familiäre Beziehungen ebenso wie freundschaftliche Beziehungen. Je nach Lebensbereich können toxische Beziehungen verschiedene Formen annehmen. Neben emotionalem/psychischem Missbrauch kann es vor allem im partnerschaftlichen oder familiären Kontext zum Beispiel auch zu physischem Missbrauch kommen. Im Zusammenhang mit der Arbeit handelt es sich häufig um Mobbing durch Kollegen aber auch Vorgesetzte. Toxische Freundschaften sind häufig gekennzeichnet durch zum Beispiel Ausnutzung und Neid, aber auch schlechten Einfluss im weitesten Sinne. 

Toxische Beziehungen sind in der Regel daran zu erkennen, dass ein Part als toxisch erscheint und das Gegenüber das Verhalten (er)duldet. Im partnerschaftlichen Bereich kann es durchaus auch zu einer Kombination aus zwei toxischen Persönlichkeiten kommen, darauf soll in diesem Beitrag allerdings nicht näher eingegangen werden.

Manipulierte Person

Toxische Menschen haben häufig narzisstische Tendenzen. Sie üben Macht und Druck auf andere aus. Unterdrücken ihr Gegenüber und halten es klein. Sie wollen um jeden Preis kontrollieren und neigen häufig dazu, ihren Partner/ihre Partnerin zu isolieren. Typische Aussagen von toxischen Menschen sind zum Beispiel „Du kannst das einfach nicht!“ „Nie machst du etwas richtig!“ „Du bist einfach zu blöd dazu!“ Hast Du solche oder ähnliche Aussagen auch schonmal gehört? Vielleicht sogar persönlich? Egal ob sie vom Partner, einem Elternteil, einem Lehrer oder dem Vorgesetzten kommen – sie sind zutiefst verletzend und prägen uns. Sie führen zu Selbstzweifeln, zerstören das Selbstbewusstsein.

Warum Du Dich schwer aus einer toxischen Beziehung lösen kannst

Der (er)duldende Teil in einer toxischen Beziehung weist oftmals eine abhängige Persönlichkeitsstruktur auf. Gerade Kinder in toxischen Familienbeziehungen haben im Grunde keine Chance allein aus der Situation herauszukommen. Geprägt durch zahlreiche emotionale/psychische Übergriffe sind sie nicht in der Lage, ein gesundes Selbstbild zu entwickeln. Selbstwert und Selbstliebe erlernen Kinder aus toxischen Familie häufig nicht und reifen somit zu Erwachsenen mit abhängigen Persönlichkeitsmustern heran. Typische negative Glaubenssätze sind hier zum Beispiel „Ich bin nicht gut genug.“ „Ich habe nicht verdient, geliebt/respektiert…zu werden.“ „Ich habe noch nie etwas richtig gemacht.“ „Ich bin nur liebenswert, wenn ich xy alles recht mache.“ Das sind natürlich nur einige von vielen verschiedenen Aussagen, die dazu führen, dass sich auch das Verhaltensmuster an solche Glaubenssätze anpasst. Die Konsequenz daraus ist, dass Menschen mit diesen Glaubenssätzen unter anderem Verhaltensweisen ihrer Partner/Partnerinnen hinnehmen. Oder sich auch im Job von Vorgesetzten und Kollegen immer wieder klein machen lassen, nicht nein sagen können und sich die Arbeit von anderen aufhalsen lassen. 

Es ist aber auch durchaus möglich, dass sich Menschen ohne einschlägige Vorerfahrung plötzlich in toxischen Beziehungen befinden. Vor allem im Beziehungskontext wird dann häufig vieles aus Liebe hingenommen. Die Hoffnung auf Besserung lässt einen verharren und das Drama nimmt so seinen Lauf. Durch ständige Manipulationen und Kränkungen prägen sich auch hier neue negative Glaubenssätze. Betroffene haben auf einmal Zweifel an ihrem Selbst, ihren Fähigkeiten. Je länger die Beziehung andauernd, umso schwerer wird auch hier der Ausstieg.

Ohne Hilfe von außen in Form von Coaching oder Therapie ist es häufig sehr schwer, solche krankmachenden Muster zu durchbrechen. Ein erster Schritt ist die Arbeit an den negativen Glaubenssätzen und deren Auflösung/Umschreibung. Gerade bei schweren Fällen von Missbrauch jeder Art können zudem weitere Maßnahmen zum Schutz wichtig und unerlässlich sein. Es ist zudem nicht unwahrscheinlich, dass man rückfällig wird und sich plötzlich erneut in einer toxischen Partnerschaft oder Beziehung wiederfindet.

Toxische Beziehungen machen krank

Wer in einer toxischen Beziehung feststeckt, ist nicht nur permanentem Stress und emotionalem Druck ausgesetzt, sondern hat auch ein ernsthaftes Erkrankungsrisiko. Chronischer Stress fördert unter anderem Erkrankungen wie Depressionen, Burn Out sowie Herz-Kreislauferkrankungen. Außerdem verhindern diese negativen Beziehungen die persönliche Entwicklung, blockieren und schwächen die Betroffenen. 

Wenn du selber betroffen bist und nach einer Lösung suchst oder tiefer in das Thema einsteigen möchtest, empfehle ich Dir unser neuen Online-Kurs „Rock dein Leben ohne toxische Beziehungen“. Hier erfährst du in 4 Lektionen, wie du dich erfolgreich aus einer toxischen Beziehung löst und sie zukünftig vermeidest. Du bekommst viele Übungen an die Hand, um deine negativen Glaubenssätze und Verhaltensmuster aufzudecken und zu bearbeiten und vieles mehr.

Deine Vio


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Glücksklee mit Marinenkäfer auf einem altem Hufeisen

Auf der Suche nach dem ewigen Glück

Auch ich war lange Zeit eine Suchende. Der Job machte mich nicht glücklich, meine damalige Beziehung brachte nicht das ersehnte partnerschaftliche Glück. Meine Finanzen waren weit entfernt von dem, was ich mir wünschte. Mein Leben machte mich nicht glücklich. Im Grunde machte es mich auch nicht tot-unglücklich, aber zufrieden und erfüllt war ich absolut nicht. Also suchte ich unentwegt weiter nach meinem Glück. Neuer Job, neuer Partner, neues Hobby. Vielleicht würde mich Meditation oder Yoga erfüllen? Also begann ich, regelmäßig zu meditieren und Yogaübungen zu machen. Es passierte…nichts! Das konnte doch nicht sein! Schließlich versprachen Wellnessmagazine auf ihren Hochglanzseiten mir die absolute Erfüllung, wenn ich es nur regelmäßig praktiziere. Nichts veränderte sich. Ich übte also weiter und wartete auf das Glück.

Glücksklee

Ich fragte mich, warum das Glück scheinbar bei allen anderen Einzug hielt, nur bei mir nicht. Meine Social-Media Timelines waren voll von glücklichen und erfolgreichen Menschen, die scheinbar in vollkommener Balance mit sich und der Welt lebten. Was machte ich nur falsch? Ich besorgte mir also Glücks-Ratgeber. Davon gibt es schließlich mehr als genug. Außerdem verschlang ich einen Erfolgs-Bestseller nach dem anderen. Das musste doch der Schlüssel zu meinem ganz persönlichen ewigen Glück sein! Erfolg! Was heißt hier „Geld allein macht nicht glücklich!“ Blödsinn! Wenn man genug Geld hat, ist man automatisch auch glücklich. Oder etwa nicht?

Der ganz persönliche Weg zum Glück

So einfach ist es leider nicht. Wer sein Glück im Außen sucht, wird es Zeit seines Lebens meist vergebens suchen. Äußeres Glück ist schnelllebig und vergänglich. Wer kennt es nicht – kaum hat man es sich in seinem äußeren Glück gerade richtig gemütlich gemacht, zerplatzt es. Die Traumbeziehung zerbricht, der Traumjob entpuppt sich als Albtraum. Nichts ist, wie es scheint. Unser äußeres Glück ist also sehr fragil. Was nicht bedeutet, dass uns Dinge im Außen nie glücklich machen können. Das wäre nicht korrekt und auch unfair. Denn es gibt tausende kleine und große Dinge, die uns Glücksmomente bescheren können. Zeit mit unseren Lieben, ein intensiver Sonnenuntergang oder auch unser Lieblingslied. Aber die wirkliche Erfüllung und das tiefe Glück erfahren wir nur aus uns selbst heraus. 

Für mich bedeutet das, zu erkennen, was ich wirklich will. Und zwar nicht nur vielleicht, sondern absolut und aus ganzem Herzen. Damit meine ich nicht, ein neues Auto oder ein schönes Haus und auch nicht den ultimativen Mann, sondern dass, was mich erfüllt. Was meinem Leben Sinn gibt und mir eine Richtung. Es bedeutete aber auch, mich meinen Schatten, meinen Ängsten und meiner Vergangenheit zu stellen – mit all dem Schmerz, der darin verborgen war. Ich verstand, dass alles zusammen gehört. Ohne Schmerz keine Freude. Ohne Krankheit keine Gesundheit. Ohne Angst keine Gelassenheit. Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen, denn Polarität bestimmt unser Leben. Das eine zieht das andere an und beide Pole sind untrennbar miteinander verbunden. Erst als ich begriff, dass auch all das Dunkel zu meinem Leben gehört und da sein darf, verstand ich, was Glück wirklich bedeutet. Das war ein intensiver Prozess, den ich mit einer tollen Begleitung innerhalb meiner psychotherapeutischen Ausbildung gehen durfte. Das eigene Bewusstsein zu begreifen und zu erweitern, kann einen schnell überfordern. Ich konnte diesen Weg gehen, weil ich zuvor intensiv an meiner Basis gearbeitet habe.Heute bin ich an einem Punkt, an dem ich weiß, dass es auch mal schlechte Tage gibt. Ich lasse sie zu und gebe mich den Emotionen hin. Denn ich weiß, dass danach das Glück wieder einzieht. Im Grunde steht es immer schon in den Startlöchern. Ich habe gelernt, selbst an miesen Tagen positiv zu denken und das hat mein Leben nachhaltig verändert. Denn eine positive Grundhaltung sorgt dafür, dass das Leben im Flow ist und bleibt. Sie stärkt unsere Ressourcen und unsere Resilienz und hilft uns, schlechte Tage leichter durchzustehen. Sie bewirkt aber auch, dass mein Leben eine Wendung genommen hat, nach der ich immer krampfhaft gesucht habe. Meine Beziehung erfüllt mich und ich kann sie liebevoll leben. Kein zwanghaftes Glücklichsein, sondern einfach Sein. Meine Arbeit ist inzwischen zur Berufung geworden und der Erfolg hat sich wie von selbst eingestellt. Und ja, Geld macht auch glücklich, denn es ist Mittel zum Zweck. Es gibt mir zum Beispiel die Möglichkeit, meine Herzensprojekte im Tierschutz zu unterstützen und das wiederum ist ein wichtiger Punkt in meiner persönlichen Glücks-Formel.

Warum die Positiv-Denken Szene auch Schaden anrichten kann

Ich habe auf meinem Weg viel ausprobiert. Vieles was aus heutiger Sicht der Forschung eher schädlich als fördernd ist. So zum Beispiel das lange Zeit propagierte Positive Denken in Form von Affirmationen und dem Unterdrücken negativer Gedanken und Emotionen. Hiervon kann ich nur vehement abraten! Denn unterdrückte Emotionen können (und werden) häufig zu großen Problemen führen. Das ist absolut nicht ratsam. Es gibt gute Methoden und Verfahren (die auch in unseren Coachings zum Tragen kommen), mit deren Hilfe man einen gesunden Umgang mit seinen Gedanken und Gefühlen erlernt und sich gleichzeitig eine positive Grundhaltung „antrainiert“. An diesem Punkt kommen dann auch Achtsamkeitsübungen, Meditation, Yoga, Affirmationen und vieles mehr zu einem sinnvollen Einsatz. 

Einmal auf dem richtigen Weg, hat sich nicht nur mein Leben sondern meine Persönlichkeit und mein Bewusstsein nachhaltig verändert. Ich empfinde tiefes Glück heute aus meinem Inneren heraus. Genauso wie ich Glücksmomente im Außen genieße. Und mein Weg ist noch nicht zu Ende!

Meine Erfahrungen auf diesem Weg teile ich mit Dir in unseren Coachings. Schreibe mir doch bitte eine E-Mail an info@mindwellness-berlin.de oder rufe mich einfach unter 030 548 65 22 an, damit ich Dir mehr darüber sagen kann.

Deine Vio.


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Buch mit Motivationsspruch

Motivation – was tun, wenn der Antrieb fehlt?

Die liebe Motivation ist in meinen Coachings oft ein Thema, das viel Raum einnimmt. Viele Menschen kommen zu mir, mit einer Idee – manche sogar mit der ganz großen Vision. Aber sie kommen nicht ins Tun. Gleich einer Blockade fehlt ihnen die Motivation für die Umsetzung. Wo anfangen und warum überhaupt? Ist mein Leben nicht so wie es ist gut genug? Fragen über Fragen und je mehr man sich darin verliert, umso weniger Motivation wird für die entscheidenden Schritte freigesetzt. 

Was aber ist Motivation überhaupt?

Bücher mit Motivationssprüchen

In erster Linie unterscheidet man hier die extrinsische Motivation von der intrinsischen Motivation. Die extrinsische Motivation beruht dabei auf einem Anreiz, der im Außen zu finden ist. Zum Beispiel kann das der ungeliebte Job sein, der weiterhin ausgeführt wird, weil er gut entlohnt wird. In diesem Fall wäre das Gehalt der Anreiz. Der Job selber wird eher als unbefriedigend wahrgenommen. Die intrinsische Motivation hingegen hat ihren Anreiz in der Tätigkeit selbst. Das könnte zum Beispiel ein Ehrenamt sein, was man ausführt, weil es eigene innere Werte und Überzeugungen befriedigt (z.B. Mitgefühl oder Nächstenliebe). Intrinsisch motivierte Tätigkeiten werden also nahezu immer um ihrer selbst Willen ausgeübt. Das führt zu einem sogenannten Flow-Erleben. In der Positive Psychologie und somit auch in meinen Coachings liegt der Schwerpunkt immer auf der intrinsischen Motivation. Extrinsische Motivation spielt eine untergeordnete Rolle, weil sie häufig zu Widerstand und Vermeidung führt und somit zu widerwilligem Handeln. Außerdem steigert zwar auch die extrinsische Motivation unseren Selbstwert – aber nur die Form des Selbstwerts, die von äußeren Faktoren wie z.B. Erfolg abhängt und somit wenig stabil ist. Die intrinsische Motivation hingegen hilft uns Verantwortung zu übernehmen unterstützt unsere Entwicklung eines gesunden und stabilen Selbstwerts. Das bedeutet für meine Coachings, dass ich bei Motivationsproblemen immer den Schwerpunkt auf die intrinsische Motivation lege.

Was ist das Flow-Erleben und wie komme ich in den Flow?

Üben wir eine Tätigkeit aus, können wir dabei in einen Flow kommen. Jeder von uns hat diesen Zustand sicher schon erlebt! Die ausgeübte Tätigkeit nimmt unsere volle Konzentration in Anspruch, wir sind also absolut fokussiert und lassen uns schwer bis gar nicht ablenken. Dabei geraten wir in Selbstvergessenheit und auch die Zeit beachten wir kaum noch. Wer von uns ist noch schon mal so versunken in etwas gewesen, dass die Zeit wie im Fluge vergangen ist und man fast einen Schrecken bekommen hat, als man auf die Uhr schaute. Unser Bewusstsein verschmilzt während dessen sozusagen mit der Handlung. Zum Flow gehört außerdem die Zuversicht auf Erfolg und das Gefühl, etwas Lohnendes zu tun. Wichtig sind auch klar formulierte Ziele und eine direkte Rückmeldung über den Erfolg. In der Regel stellt die Tätigkeit auch große Anforderungen an uns, denen wir uns aber noch gewachsen fühle – ohne das Gefühl der Überforderung. Gerade der Punkt etwas Lohnendes um seiner selbst Willen zu tun bezieht sich auf die intrinsische Motivation und spornt uns an, durchzuhalten. 

Warum also überhaupt einen Flow-Zustand anstreben?

Die intrinsische Motivation ist sozusagen der Schlüssel für ein erfülltes Leben. Untersuchungen haben ergeben, dass die Lebensqualität überdurchschnittlich gut eingeschätzt wird von Menschen, die den ganzen Tag hauptsächlich Dinge tun (Job, Freizeit etc.), die sie mit Freude tun. Dazu gehören natürlich auch mal lästige Tätigkeiten, aber die Einstellung dazu ist hier das entscheidende. In meinem Fall sind das z.B. alle Tätigkeiten rund ums Marketing. Das ist irgendwie nicht meine Materie und dementsprechend tue ich mich damit schwer und schiebe es ganz gerne mal vor mich her. Leider ist es nun mal notwendig, damit möglichst viele Menschen auf mich und mein Angebot aufmerksam werden. Und genau an dem Punkt kommt wiederum meine intrinsische Motivation ins Spiel – es ist mir ein Bedürfnis, Menschen zu unterstützen! Also sorge ich mit Freude dafür, dass sie ihren Weg zu mir finden.

Selbstmotivation, Motivations-Apps und Motivationssprüche – wie motiviere ich mich richtig?

Um Deine intrinsische Motivation zu steigern, ist es zu allererst von Vorteil, wenn Du Dein Selbstbild genauer unter die Lupe nimmst. Wer bist Du? Welche Werte und Überzeugungen hast Du? In meinen Coachings ist das (fast) immer der erste Schritt. Finde heraus, für was Du brennst, was Dich anspornt und Deinem Leben einen Sinn gibt. So kannst Du Dich im Sinne von Selbstmotivation selber von innen heraus motivieren. Du wirst feststellen, dass Du die Tätigkeiten, die mit Deinem Selbstbild übereinstimmen oder es sogar stärken, deutlich motivierter angehst. 

Meist bleiben uns aber eben auch ungeliebte Tätigkeiten wie z.B. Putzen oder Lernen nicht erspart. Hier kannst Du mit einigen kleinen Tricks Deine Motivation fördern. 

  • Belohne Dich: Gönne Dir nach der Erledigung einer unliebsamen Aufgabe etwas. Was machst Du gerne? Vielleicht möchtest Du mal wieder schön Essen gehen oder Dir ein neues tolles Buch kaufen.
  • Verbinde ungeliebte Tätigkeiten mit etwas Angenehmen: Du kannst z.B. während der Hausarbeit Deine Lieblingsplatte auflegen und laut mitsingen.
  • Pausen und Schlaf: Gerade in Situationen, in denen sich Tätigkeiten über einen längeren Zeitraum ziehen (z.B. Prüfungsvorbereitungen), solltest Du auf ausreichend Schlaf achten und Dir genug Erholungspausen gönnen. Unser Schlaf dient der Regeneration und ist daher besonders wichtig. Achte hier vor allem auch auf Deine Schlafhygiene! Deine Erholungspausen kannst Du nach Belieben gestalten. Vorteilhaft ist es allerdings, sich in den Pausen zu bewegen. Einen schönen Spaziergang zu machen – um sprichwörtlich „den Kopf frei zu kriegen“ – oder eine kleine Sporteinheit oder Meditation einzulegen. Probiere einfach aus, was Dich am ehesten entspannt und wo Du Stress abbauen kannst.
  • Ziele: Setze Dir immer wieder neue Ziele. Achte dabei darauf, Dir Deine Ziele nicht zu groß zu stecken. Da Dich das schnell überfordern kann. Dein Gehirn steht dann sozusagen vor einem riesigen Berg an Herausforderungen und weiß nicht, wie es das bewältigen soll. Besser ist es, Zwischenziele einzubauen. So kann Dein Gehirn gut erfassen, was gefordert ist und Du kannst Dich darauf fokussieren. Damit kommst Du viel entspannter an Dein Ziel.
  • Spaß: Nicht zu vergessen: Hab Spaß! Nimm nicht alles bitterernst und lache auch mal über Deine Fehler. Denn genau die sind unglaublich wichtig für Deinen Lernprozess. Und selbst wenn Du bemerkst, dass Du Dich in einer Sache verrannt hast, ist das super! Du weißt dann nämlich einmal mehr, was Du nicht willst.
  • Motivationssprüche und Motivations-Apps: Solche kleinen Helferlein können durchaus sinnvoll sein. Achte aber darauf, dass sie individuell sind. Schreib Dir Deinen Motivationsspruch selber und hänge ihn Dir an die Wand. Ein „Du schaffst das“ Blechschild wird Dich langfristig kaum motivieren.

Scheue Dich nicht, auch mal Unterstützung anzunehmen: Ich begleite regelmäßig Klientinnen und Klienten auf ihrem erfolgreichen Weg zu mehr Motivation, Zufriedenheit und Lebensfreude.

Deine Vio 



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Violetta Braimovic Potrait - schwarz weiß, nur Gesicht erkennbar

Corona – wir sind nicht hilflos

Noch vor wenigen Wochen hätte ich mir nicht träumen lassen, dass wir alle in eine Situation geraten, in der Beiträge wie dieser, notwendig werden. Nun ist sie da – die Situation. Ein kleines Virus hat uns kalt erwischt. Wir fühlen uns in unserer physischen und psychischen Gesundheit bedroht.

Wir müssen “Social Distancing” praktizieren, d.h. (physische) Kontakte auf eine Minimum reduzieren, sind aus dem Alltag gerissen, stehen vor nie gekannten Herausforderungen. Diese Umstände verlangen uns viel ab. Sie überfordern so manchen von uns. Besonders hart trifft dieser Umstand psychisch vorerkrankte und alleinstehende (alte) Menschen.

@Hermann O. Ehlers

In Zahlen ausgedrückt, sprechen wir von 17,3 Millionen Einzelpersonenhaushalten (davon ca. 6.000.000 Millionen alleinlebender Rentner) (1). Hinzu kommen die psychisch erkrankten Personen. 2019 waren 27,8 % (17,8 Millionen) der Erwachsenen in Deutschland von psychischen Erkrankungen betroffen. Davon litten allein 15,4 % an Angststörungen und 8,9 % (hierzu zählen u.a. Depressionen) an affektiven Störungen (2). Für diese Gruppen birgt die aktuelle Situation große Schwierigkeiten.

Aber auch Menschen, die in Beziehungen oder Familienverbunden leben, psychisch unvorbelastet sind und über ausreichend Ressourcen verfügen, kommen inzwischen zunehmend an ihre Grenzen.

Die Kinder sind durchgehend zu Hause, der Schulunterricht wird weitestgehend von den Eltern übernommen. Kann man nicht im Home-Office arbeiten, muss zusätzlich die Betreuung der Kinder sichergestellt werden. Und auch das Arbeiten im Home-Office verlangt große Disziplin und muss mit den Belangen der Familie abgestimmt werden. Neben all dem braucht es auch Beschäftigung für die Kinder, denn auch die leiden sehr unter der Trennung von ihren Freunden. Austoben auf dem Spielplatz ist nicht möglich und nicht jeder ist in der glücklichen Lage, einen Garten sein Eigen zu nennen. Und selbst dann, fehlen ja immer noch die anderen Kinder. Sind Geschwisterkinder in den Familien bringt das etwas Entlastung, häufig aber auch neue Konflikte.

Stichwort Konflikte: Die Ausgangsbeschränkungen bergen eine große Gefahr für die Zunahme häuslicher Gewalt. Dies betrifft vor allem Kinder, Jugendliche und Frauen. Aber auch Männer sind zunehmend von häuslicher Gewalt betroffen und sollen an dieser Stelle keine Ausnahme bilden.

Aktuelle Artikel zum weiterlesen:

Egal ob jung oder alt. Menschen leiden unter der mangelnden Nähe zu geliebten Menschen. Familienmitglieder und Freunde sind häufig in großer Ferne. Keine Umarmung zur Aufmunterung, als Trost oder auch als Zeichen der Zuneigung. Vieles spielt sich aktuell ausschließlich im digitalen Raum ab. Hinzu kommt das Gefühl, sich vor seinen Mitmenschen schützen zu müssen. Überspitzt dargestellt ist jeder Mitmensch ein potenzieller Virusträger und wird somit als Feind für die eigene Gesundheit angesehen. Das führt dazu, dass viele Menschen sich momentan vorsichtig und bisweilen auch misstrauisch beäugen. Hinzu kommen Existenzängste, die Sorge um den Arbeitsplatz oder das eigene Geschäft. Wie geht es weiter? Eine Frage, die sich wohl jeder in dem ein oder anderen Zusammenhang in den letzten Tagen und Wochen schon gestellt hat.

Auch wenn die momentanen Maßnahmen richtig und wichtig sind, müssen wir doch irgendwie mit ihnen umgehen. Wir müssen gravierende Einschnitte in unserem Alltag, unserem Privatleben kompensieren. Unsere bis dato so selbstverständliche Freiheit, ist stark eingeschränkt. Was macht das mit uns? In erster Linie macht es den meisten Menschen Angst. Es zeigt uns auf, dass wir verwundbar sind. Das wir manche Dinge nicht bis ins Detail kontrollieren können. Aber auch jetzt sind wir der Situation nicht hilflos ausgesetzt!

Was wir tun können, um unsere psychische und körperliche Gesundheit zu stärken

Tagesrhythmus beibehalten bzw. schaffen

Kürzlich sagte eine Bekannte zu mir, sie würde sich jeden Tag so anziehen und zurecht machen, als würde sie ins Büro gehen. Das würde ihr helfen, eine gewisse Routine einzuhalten. Wie wichtig das ist, wissen vor allem Menschen, die schon mal mit einer Depression konfrontiert waren. In Therapien ist das eine der ersten Maßnahmen, die man zu etablieren versucht. Ein geregelter Tagesablauf kann uns helfen, emotionale Stabilität zu erlangen. Wir fühlen uns sicherer, wenn die Dinge täglich ihren gewohnten Lauf nehmen. Feste Zeiten und Strukturen helfen uns, unsere Aufgaben zu bewältigen. Dabei sollten diese unbedingt sinnvoll an die veränderte Situation angepasst werden. Hier ist es hilfreich, einen schriftlichen Plan zu erstellen und sich so bewusst zu machen, wie viel Zeit man hat und wie man diese einsetzt. Denn der Tag hat auch weiterhin nur 24 Stunden, egal, ob wir neben dem Home-Office noch mit den Kindern lernen müssen oder nicht. Die größte Gefahr liegt hier eindeutig darin, sich zu überfordern. Also unbedingt bewusst und überschaubar planen und im Zweifel lieber den ein oder anderen Abstrich machen!

Gegenseitige Rücksichtnahme und Grenzen setzen

Selbst unter normalen Umständen kommen die meisten Familien nicht ohne kleinere oder manchmal auch größere Konflikte aus. Im Moment ist es noch mal deutlich schwieriger. Wir haben kaum die Möglichkeit, zu entfliehen und sind daher gezwungen, viele Situationen auszuhalten. Hier können klare Regeln helfen, die wir zusammen mit unserer Familie aufstellen können. Ganz wichtig ist an der Stelle, miteinander zu reden! Bedürfnisse jedes Einzelnen müssen Raum finden. Bitte bedenkt aber auch, dass niemand Eure Gedanken erraten kann.

Mögliche Regeln können sein:

  • mit den Kindern einen Stundenplan festlegen
  • mögliche Beschäftigungen für die Zeit in der Elternteile im Home-Office arbeiten
  • einen festen Rückzugsort installieren, den jeder aufsuchen darf, wann er möchte und an dem er ungestört verweilen kann
  • in regelmäßigen Abständen eine Familien-Gesprächsrunde abhalten (möglichst mit positiven Dingen starten und insgesamt zeitlich beschränken)
  • tägliche feste Rituale einführen (z.B. Gesellschaftsspiele, gemeinsam kochen)
  • einander ausreden lassen
  • nicht diskutieren, wenn man emotional aufgewühlt oder wütend ist
  • Toleranz und gegenseitiges Verständnis zeigen, denn die Situation ist für alle gleich belastend
  • eventuelle Ängste ernst nehmen

An die frische Luft gehen und sich sportlich betätigen

Die Verordnungen der Bundesländer im Rahmen der Ausgangsbeschränkungen lassen in den meisten Fällen die Bewegung an der frischen Luft zu. Das sollten wir auch unbedingt nutzen! Geht an die Luft, genießt die Frühlingssonne. Die Kinder können sich austoben (natürlich nicht mit anderen Kindern) und sind dadurch weniger quengelig. Ein Spaziergang oder eine Runde joggen dient nicht nur der Abwechslung, sondern stärkt das Immunsystem ebenso wie unser Herz-Kreislaufsystem und unser Wohlbefinden.

Auch zu Hause sollte man sich regelmäßig bewegen. Hier können wir alle Familienmitglieder einbinden, denn zusammen macht ein wenig Sport doch gleich viel mehr Spaß und spornt an!

Auf die Ernährung achten

Viel frisches Obst und Gemüse sollte gerade jetzt vermehrt auf den Teller kommen. Auf Alkohol solltet Ihr momentan lieber verzichten, um Euer Immunsystem nicht zusätzlich zu schwächen.

In Verbindung bleiben

Nutzt die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation! Via Chat, Skype oder Telefon können wir heute 24/7 miteinander verbunden sein. Vergesst hierbei auch Eure Kinder nicht. Selbst für die Kleinen kann skypen mit der besten Freundin/dem besten Freund ein wunderbares Erlebnis sein. Auch wenn die körperliche Nähe im Moment fehlt, können wir uns über all diese Kanäle austauschen, Mut machen, miteinander lachen und auch weinen. Ein simples “Wie geht´s dir?” hat momentan für viele von uns eine große Bedeutung. Lasst uns füreinander da sein!

Sich sinnvoll beschäftigen

Natürlich kann man auch mal eine Netflix-Serie “durchsuchten”, wenn man über einen längeren Zeitraum notgedrungen zu Hause ist. Aber Videospiele & Co. sollten nicht zur Hauptbeschäftigung werden. Besser ist es, mal richtig auszumisten, den Frühjahrsputz zu machen, ein gutes Buch zu lesen oder sich einfach mit dem beschäftigen, wofür sonst selten Zeit ist. Auch Online-Kurse in verschiedenen Bereichen können die Langeweile vertreiben.

Vor Fake-News schützen

Gerade in Krisenzeiten haben Fake-News Hochkonjuktur! Was auch immer Menschen dazu bewegt, andere in Panik und Hysterie zu versetzen, es funktioniert. Daher sollten wir uns seriöse Quellen suchen, aus denen wir unsere Informationen beziehen. Und wir sollten uns ebenso vor einer Informationsflut schützen, denn auch das kann uns gewissermaßen um den Verstand bringen.

Hier der Podcast meines Lieblingsvirologen:

The Daily Streeck

Unterstützung suchen

Wenn trotz allem einfach nichts mehr geht, traut Euch, um Unterstützung und Hilfe zu bitten!

Wir bieten Euch die Möglichkeit kostenlose Erstgespräche mit uns via Telefon oder Skype zu führen. Dazu schreibt uns bitte unter Angabe Eurer Telefonnummer an info@mindwellness-berlin.de Wir melden uns zeitnah bei Dir zurück!

Wichtige Rufnummern für Krisensituationen

“Nummer gegen Kummer”
für Kinder und Jugendliche
116 111
Elterntelefon0800 111 0550
Pflegetelefon030 2017 9131
Hilfetelefon “Schwangere in Not”0800 404 0020
Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen” 0800 011 6016
Hilfe für Gewaltopfer 116 006
Telefonseelsorge bundesweit0800 111 0 111

Bleibt gesund und denkt daran, dass jeder Sturm irgendwann vorüber zieht!

Alles Liebe, Eure Vio.

Quellen:

(1) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/156951/umfrage/anzahl-der-einpersonenhaushalte-in-deutschland-seit-1991/

(2) https://www.dgppn.de/_Resources/Persistent/154e18a8cebe41667ae22665162be21ad726e8b8/Factsheet_Psychiatrie.pdf

Was ist Coaching - Feld mit Waldrand im Hintergrund bei Sonnenuntergang

Positive Coaching

Was ist Positive Psychologie?

Die Positive Psychologie ist eine noch junge Disziplin in der Psychologie. Genau genommen hat sie sich seit Ende der 90er Jahre zunehmend etabliert. Der Grundgedanke der Positiven Psychologie dient als Gegenstück zur traditionellen Psychologie. Die traditionelle Psychologie bemüht sich ausschließlich darum, psychologische Störungen zu behandeln/zu heilen – nicht aber die Stärken des einzelnen Individuums zu erforschen und sich zu fragen, was unser Leben lebenswert macht.

Der von der WHO definierte Zustand von Gesundheit, beschreibt die Abwesenheit von Krankheit. Wir allen wissen jedoch, dass das nicht alles ist. Was bringt uns über diesen “Normalzustand” hinaus? Was erfüllt uns? Was macht uns wirklich glücklich und wann geht es uns wirklich gut? Dazu braucht es weitaus mehr! Genau hier setzt die Positive Psychologie an.

Die Positive Psychologie konzentriert sich auf unsere Ressourcen, hilft uns, unsere Stärken zu erkennen und somit unsere Resilienz auszubauen. Resilienz ist unsere Fähigkeit, in schwierigen Situationen widerstandsfähig zu sein. Ist sie gestärkt, empfinden wir schwierige Situationen oder einschneidende Lebensereignisse als weniger bedrohlich. Wir können besser damit umgehen und kommen auch schneller wieder auf die Beine. Sie kann unser Flourishing (engl. Aufblühen) fördern, indem wir unser wahres Potenzial entdecken und uns somit zu mehr Wohlbefinden führen.

Was ist anders im Positive Coaching?

Wie sich schon im Ansatz der Positiven Psychologie erkennen lässt, ist das Positive Coaching klienten- und stärkenorientiert. Im herkömmlichen Coaching ist der Prozess mit der Lösung des Ausgangsproblems bzw. mit der Zielerfüllung beendet. Anders ist es hingegen im Positive Coaching. Hier sehen wir das aktuelle Ziel als einen Schritt auf dem Weg zu mehr Sinnhaftigkeit im Leben. Es geht somit auch darum, herauszufinden, was uns als Mensch wirklich ausmacht, was der Sinn unseres Lebens ist. Unser aktuelles Ziel bekommt in diesem Prozess einen neuen Rahmen und wird damit Teil einer viel größeren Vision, die im Positive Coaching das Everestziel genannt wird. Diese Vision dient dazu, neue Perspektiven einzunehmen. Der Prozess ist also nach der aktuellen Zielarbeit nicht beendet, sondern führt immer weiter und stellt somit eine große Motivationsquelle dar. Positive Coaching ist immer lösungs- und nicht problemorientiert. Während des gesamten Prozesses wird der Fokus auf das Positive gerichtet.

Aber was ist mit negativen Gefühlen und Gedanken?

Positive Coaching sowie die Positive Psychologie haben nichts mit der “Positiv Denken”-Szene zu tun (die m.E. auch eher schädlich als hilfreich ist, da sie dazu auffordert, bewusst negative Gefühle zu unterdrücken). Im Positiv Coaching sowie in der Positiven Psychologie finden auch negative Gefühle und Gedanken ihren Raum. Dabei wird hinterfragt, was das negative Gefühl ausmacht und was man aus der Situation mitnehmen kann. Denn nur, wenn wir auch schwierige Situationen und Gedanken anschauen, kann Wachstum entstehen. Hinzu kommt, dass verdrängte Emotionen sich immer irgendwann einen Weg suchen und uns dann unter Umständen psychisch und/oder körperlich krank machen.Positive Coaching ist also in vielerlei Hinsicht gewinnbringend.

Mit all den Möglichkeiten, die uns in unserer heutigen Zeit zur Verfügung stehen, ist es umso unverständlicher, dass viele Menschen eine Unzufriedenheit in ihrem Leben spüren und nicht in der Lage sind, ihrem wirklichen Lebenssinn zu folgen. Positive Coaching will genau das ändern.

Deine Vio

Mehr Informationen zum Thema findest Du hier:

https://www.gluecksarchiv.de/inhalt/positivepsychologie.htm

https://www.dgpp-online.de

Glücksklee und Silbekraut

Goldener Herbst oder Winter-Blues?

Der umgangssprachliche Begriff Winter-Blues bezeichnet eine Saisonal abhängige Depression (kurz SAD). Hierbei handelt es sich um eine Saisonal-affektive Störung, die in den Herbst- und Wintermonaten auftritt.

Statistische Erhebungen in den USA sprechen von ca. 11 Millionen Betroffenen jährlich und rund weiteren 25 Millionen Menschen, die an einer leichten Form des Winter-Blues leiden. Für Deutschland dürften die Zahlen im Verhältnis ähnlich aussehen.

@Aline Nickel

Wenn die Tage kürzer werden, kann der Lichtmangel den Schlaf-Wach-Rhythmus sowie andere bio-chemische oder hormonelle Prozesse (z.B. Hunger und Leistungsfähigkeit) beeinflussen und durcheinander bringen. Außerdem kann das verminderte Tageslicht Probleme mit den Neurotransmittern Melatonin und Serotonin verursachen. Serotonin beeinflusst unsere Stimmung, es ist auch bekannt als das sogenannte “Glückshormon”. Seine Produktion fällt im Herbst/Winter häufig ab. Melatonin hingegen macht uns schläfrig und ist in der trüben Jahreszeit häufig erhöht. Dopamin hingegen ist bei einer SAD nicht beeinträchtigt.

Grundsätzlich kann jeder Mensch an einer Saisonal abhängigen Depression erkranken. Häufig betroffen sind jedoch bestimmte Personengruppen:

– Menschen, die in Regionen leben, in denen die Wintertage sehr kurz sind oder
es große Veränderungen in der Dauer des Tageslichts gibt
– es erkranken viermal so viele Frauen wie Männer an einer SAD
– die am häufigsten betroffene Altersgruppe sind Menschen zwischen 15 und 55
Menschen, deren nahe Verwandte ebenfalls an einer Winterdepression leiden

Die Symptome können ähnlich denen einer Depression sein, jedoch weist die Winterdepression häufig ganz spezifische Symptome auf.

– erhöhtes Schlafbedürfnis, Schläfrigkeit auch tagsüber
man fühlt sich lustlos, traurig, ängstlich, ist gereizt
– man verliert das Interesse an sonst üblichen Aktivitäten
– man isst mehr, das Verlangen nach Kohlehydraten ist stärker
Gewichtszunahme

Häufig beginnen erste Symptome bereits im September/Oktober und halten bis in das Frühjahr (April/Mai) an.

Was tun, wenn Dich der Winter-Blues erwischt hat?

– Tageslichtleuchten verwenden und die Wohn- und Arbeitsräume möglichst hell
gestalten
– raus in die Natur! Sport und Bewegung regen die Serotonin Produktion an
– eine psychologische Beratung oder eine Psychotherapie können helfen, mit den
Symptomen besser umzugehen
– Einnahme von Antidepressiva

Bei anhaltenden Symptomen ist es ratsam, diagnostisch abzuklären, ob eventuell eine andere Erkrankung oder Störung vorliegt wie z.B. eine Depression, ein Burnout oder auch eine organische Ursache.

Quelle: Universität von Connecticut, 2013

Weitere Informationen zum Thema findest Du hier: Asklepios, AOK-Bundesverband

Wenn Du das Gefühl hast, an einer Saisonal abhängigen Depression zu leiden und Dir Unterstützung wünschst, kontaktiere bitte einen Therapeuten oder Arzt!

In akuten Situationen oder bei suizidalen Gedanken wende Dich bitte umgehend an einen Krisennotdienst. Die Kontakte findest Du hier.

Deine Vio

Portrait Violetta Braimovic - trinkt Tee, hat Sonnebrille auf, sitzt draußen

Authentizität – die große Unbekannte

Authentizität ist eines der vielen wohlklingenden Schlagworte in der Persönlichkeitsentwicklung. Aber was steckt wirklich dahinter? Müssen – und vor allem – können wir immer authentisch sein? Nehmen wir alle nicht ab und an eine Rolle an, um im Leben vorwärts zu kommen? Gibt es Regeln oder moralische Verpflichtungen, die uns ab und an in ein Korsett zwingen?

Viele Fragen, die sich um das Thema Authentizität ranken und auf die meisten von ihnen gibt es keine klare Antwort. Wie so vieles im Leben ist auch “authentisch sein” nicht nur in schwarz oder weiß möglich.

Ich selber habe mich lange mit diesem Thema auseinandergesetzt und musste viele alte Muster und Glaubenssätze bearbeiten, um dann mit einem freien Blick darauf festzustellen, dass Authentizität nicht bedeutet, dass man seine Persönlichkeit in Stein meißeln muss. Sehr wohl bedeutet authentisch sein aber, dass man alle Aspekte seiner Persönlichkeit akzeptiert und ihnen treu bleibt.

Bei mir sind es vor allem die Tattoos, die häufig Blicke auf sich ziehen. Als ich damals anfing, meine Körperkunst auf den sichtbaren Bereich auszuweiten, erklärte mir ein Bekannter, ich müsse mir jetzt klar darüber sein, dass ich damit polarisieren würden. Damals dachte ich, es sei mir egal, wenn andere Menschen mich in eine Schublade stecken würden. Ich wüsste schließlich, wer ich sei und was ich könne. Erst unzählige Sommer später, in denen ich mir in langärmligen Blusen in der Praxis die Seele aus dem Leib geschwitzt habe, wurde mir klar, dass es mir weder egal war, was andere dachten, noch dass ich selber mir beim Anblick meiner Tattoos eine gewisse Kompetenz zugesprochen hätte. Die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag und ich fragte mich, warum ich mich selber durch solche Glaubenssätze limitierte. Ich fing an, daran zu arbeiten, Stück für Stück ließ ich meine Tattoos – und damit einen Teil meiner Persönlichkeit – sichtbar werden. Sichtbar nicht nur für Menschen, bei denen ich mich sicher fühlte, sondern eben auch für diejenigen, die sich zu mir in die Praxis begaben, weil sie mich für kompetent hielten. Und was soll ich sagen? Niemand hat sich je daran gestört. Inzwischen lächel ich erste irritierte Blicke einfach weg. Und ich merke, dass ich das mit einer großen Gelassenheit tun kann.

Genauso kann ich zu einem Geschäftsessen aber auch im Kostüm erscheinen. Das steht für mich in keinem Widerspruch mehr zu meinem Gefühl, authentisch zu sein, denn ansonsten würde es bedeuten, ich reduziere meine Persönlichkeit auf meine Tattoos. Ich habe gelernt, dass ich mit meinem Wissen und meiner Kompetenz im beruflichen Rahmen überzeuge, nicht mit meinem Äußeren. Für mich war es wichtig, zu erkennen, dass mein Erscheinungsbild eine Facette meiner Persönlichkeit ist, aber eben nicht die alleinige. Ich kann in jeder Situation authentisch sein. Mit dem, was ich sage, was ich ausstrahle, wie ich mich verhalte.

Wichtig ist, dass man bei allem, was man tut und sagt, nicht gegen seine Prinzipien handelt. Denn dann ist man nicht mehr authentisch! Was zur Folge hat, dass man sich selber nicht nur unwohl fühlt und unzufrieden ist, sondern dass andere das auch wahrnehmen. Jemand, der zum Beispiel ein Produkt verkauft, von dem er nicht überzeugt ist oder dem das Verkaufen per se unangenehm ist, der wird damit nicht überzeugend und erfolgreich sein. Authentizität ist immer auch Ehrlichkeit. Und die meisten Menschen haben eben ein sehr feines Gespür dafür, ob ihr Gegenüber ehrlich ist oder nur eine Rolle spielt und dies auch noch äußerst ungern.

Deine Vio

Burnout - viele Gesichter, alle halten ihre Hände an die Schläfen und haben angestrengten Gesichtsausdruck

Burnout – wenn alles zuviel wird

In unserer ersten Podcast-Folge haben wir Euch über unsere persönlichen Erfahrungen bezüglich Burnout und Boreout berichtet und wie wir damit umgegangen sind.

An dieser Stelle möchten wir euch nun noch einmal einige Fakten zum Thema Burnout liefern.

Burnout wurde erstmals im Jahre 1974 von dem amerikanischen Psychotherapeuten Herbert J. Freudenberger beschrieben.

Die WHO hat in diesem Jahr bekannt gegeben, dass Burnout zukünftig  (ab Januar 2022) in den ICD-11 als „Faktor, der den Gesundheitszustand beeinflusst“ aufgenommen werden soll. Allerdings hat die WHO das Syndrom ausschließlich auf den beruflichen Zusammenhang reduziert, denn sie legt für die Anerkennung des Syndroms fest, dass der Begriff Burnout nicht „für Erfahrungen in anderen Lebensbereichen“ verwendet werden sollte.

Die WHO beschreibt das Burnout-Syndrom anhand von drei Dimensionen:

– ein Gefühl von Energieschwund
– eine zunehmende geistige Distanz, negative Haltung oder Zynismus zum
eigenen Job
– ein verringertes berufliches Leistungsvermögen

Das Burnout Syndrom ist laut WHO dadurch definiert, dass es aufgrund von „chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet wird“ auftritt.

Unserer Meinung nach, ist die Definition der WHO verbesserungswürdig. In der Praxis zeigt sich häufig, dass Burnout eben nicht ausschließlich im beruflichen Kontext zu finden ist, sondern auch in anderen Lebensbereichen auftreten kann und nicht selten auch Hausfrauen und nicht berufstätige Mütter trifft.

Wichtig ist vor allem auch, dass Burnout von anderen psychischen Erkrankungen wie z.B. einer Depression abzugrenzen ist. Ebenso können Burnout-Beschwerden als Folge von Erkrankungen auftreten (z.B. Tumorerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Multiple Sklerose u.a.). Daher sollte bei auftretenden Burnout Symptomen immer eine genaue Diagnostik erfolgen.

Burnout-Anzeichen frühzeitig erkennen

Woran erkennt man aber nun, dass man möglicherweise an einem Burnout leidet und Hilfe in Anspruch nehmen sollte?

Erste Anzeichen für einen Burnout können Erschöpfung, Energiemangel, Leistungsabfall und Schlafstörungen sein. Bemerken Menschen diese Veränderungen bei sich, versuchen sie in der Regel selber erstmal aktiv zu werden. Manche greifen z.B. zu Vitaminpräparaten, pflanzlichen Beruhigungs- und Schlafmitteln und andere versuchen sprichwörtlichen einen Gang runter zu schalten, in dem sie sich mit einer Krankschreibung vorübergehend eine Auszeit verschaffen. Häufig reicht das allerdings nicht aus, um die notwendige Veränderung der Lebensweise herbeizuführen. Die Auszeit vom Job bringt allein selten Besserung und ist in den meisten Fällen auch deutlich zu kurz. Weitere Burnout Symptome können sich somit nach und nach einstellen.

Hierzu zählen u.a. Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Gefühl von Schwäche, Unfähigkeit Entscheidungen zu treffen, Gleichgültigkeit, Ruhelosigkeit, nah am Wasser gebaut sein, Probleme in der Partnerschaft, der Familie oder auch mit Freunden, Bitterkeit, emotionale Verrohung uvm.

Auch körperliche Symptome können sich bei einem Burnout einstellen, wie z.B. Atembeschwerden, körperliche Schwäche, Schmerzen, Engegefühl in der Brust und Übelkeit.

Schon anhand der vielfältigen Symptome und Anzeichen, die auf einen möglichen Burnout hinweisen können, erkennt man, dass die Diagnostik häufig langwierig ist. Denn ein Burnout wird von den Betroffenen sehr unterschiedlich wahrgenommen. Auf der körperlichen Ebene müssen organische Ursachen ausgeschlossen werden und auf der seelischen Ebene muss eine differenzialdiagnostische Abgrenzung zu anderen psychischen Erkrankungen (speziell der Depression) erfolgen.

Extreme Symptome durch Burnout

Erfolgt keine rechtzeitige Intervention, kann es bei den Betroffenen zu schwierigen Situationen kommen. Einige unserer Klienten mussten diese Erfahrung leider machen, da sie die Symptome zu lange ignoriert haben. In einem Fall erlitt der Klient morgens auf dem Weg zur Arbeit einen Zusammenbruch in folge dessen er neurologische Ausfälle (halbseitige Lähmung und Sprachschwierigkeiten) wie nach einem Schlaganfall zeigte. Die eingehende Untersuchung in der Stroke-Unit führte jedoch zu keinem organischen Befund. Eine weitere Klientin berichtete, sie habe morgens im Büro den Computer angestellt und in der nächsten Sekunde wusste sie weder wo sie war, noch was sie gerade tun wollte. Kollegen alarmierten auch in diesem Fall den Rettungsdienst. Und auch hier konnte keine organische Ursache für die Ausfälle gefunden werden. In beiden Fällen wurden die Betroffenen über einen längeren Zeitraum stationär in entsprechenden Kliniken behandelt und wandten sich im Anschluss an uns zur weiteren Begleitung.

Diese beiden extremen – aber nicht seltenen Fälle – zeigen, wie wichtig es ist, bereits bei den ersten Anzeichen und dem Verdacht auf einen Burnout einen Arzt oder Therapeuten zu Rate zu ziehen.

(https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/erkrankungen/burnout-syndrom/geschichte-und-abgrenzung/)

(https://www.aerzteblatt.de/archiv/124719/Arbeitswelt-und-psychische-Belastungen-Burn-out-ist-keine-Krankheit)

Solltet Ihr Euch überfordert oder ausgebrannt fühlen, zögert nicht, Euch Hilfe zu suchen bzw. mit jemandem darüber zu sprechen!

Oftmals lassen sich erste Veränderungen mit gezieltem Coaching – wie wir es anbieten – erzielen. Auch therapeutische Maßnahmen (stationäre Aufenthalte, Medikamente, Psychotherapie) können vorübergehend notwendig werden, um Betroffenen Linderung zu verschaffen.

Unsere Coachingangebote findet Ihr hier.

Eure Vio & Mel