Eigenverantwortung

Eigenverantwortung – warum ist sie so schwierig?

Eigenverantwortung

In letzter Zeit ist mir immer wieder ein Thema begegnet, vielleicht auch, weil ich vermehrt darauf geachtet habe, und dieses Thema heißt Eigenverantwortung.

Als Eigenverantwortung beschreibt man die Bereitschaft und Pflicht, für das eigene Handeln und Unterlassen Verantwortung zu übernehmen und dafür gerade zu stehen. Es bedeutet außerdem, für sein eigenes Wohlbefinden und seine Bedürfnisse zu sorgen.

Mir ist aufgefallen, dass sich immer mehr Menschen davor scheuen, diese Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und auch die daraus resultierenden Konsequenzen nicht zu akzeptieren, sondern andere „Schuldige“ gesucht werden. Diesen Menschen ist überhaupt nicht bewusst, dass sie in eine große Falle tappen, wenn sie die Verantwortung für ihr Leben in die Hände Anderer geben und sich dadurch unbewusst in eine Opferrolle hineinmanövrieren. 

Das Wort „Verantwortung“ ist oft negativ behaftet. Die Aussage, dass jeder für sein Leben und sein Wohlbefinden selbst verantwortlich ist, stößt bei vielen auf Angst und Widerstand und bereitet Unbehagen. Wie sieht es bei dir aus? Fühlst du dich bei dem Gedanken daran, verantwortlich für dich zu sein, unwohl oder unter Druck gesetzt?

Was macht Eigenverantwortung so schwer?

Oft sind es unsere negativen Gedankenmuster und Lebensweisen, weshalb wir unser Leben von anderen Menschen, Umständen oder vom Schicksal abhängig machen. Es ist ja auch sehr leicht, die Verantwortung auf andere abzuwälzen, anstatt selbst die Zügel für das eigene Leben in die Hand zu nehmen!

Wir denken, wenn 

  • wir Fehler machen, würden wir bestraft werden.
  • wir „Nein“ sagen, würden wir von anderen weniger gemocht oder sogar abgelehnt werden.
  • uns etwas nicht gelingt, bekommen wir Vorwürfe zu hören oder machen sie uns selbst.
  • es anderen schlecht geht, ist man schuld daran.
  • wir jetzt noch etwas ändern, könnte es zu spät sein.
  • wir unter anderen Umständen leben würden, wäre alles besser.

Hinter all diesen Denkweisen steckt oft die Angst zu scheitern und dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden, und wir verkennen dabei, dass wir Menschen sind, die auch Fehler machen (dürfen). Niemand ist perfekt! Der Anspruch, immer nur richtige Entscheidungen treffen zu wollen, verleitet viele Menschen dazu, lieber erst gar keine Entscheidung zu treffen, was meist zu negativen Konsequenzen führt. Bleiben wir nämlich passiv, also überlassen wir anderen die Verantwortung, haben wir immer eine schöne Ausrede, um uns selbst etwas vorzumachen:

  • ich bin nicht schuld, dass ich nicht erfolgreich bin.
  • ich kann nichts dafür, dass ich übergewichtig bin. Das ist Veranlagung.
  • es liegt nicht an mir, dass ich keine Beziehung habe.

Man wagt nichts und erreicht auch nichts in seinem Leben. Man versinkt in Selbstmitleid und begibt sich in eine Opferrolle. Es wird sich eingeredet, dass man das alles nicht verdient und das Leben ungerecht ist. Also lässt man besser andere entscheiden und gibt Anderen die Macht über unser Leben. Allerdings wird auch übersehen: wenn man aus Angst, das Falsche zu tun, lieber nichts tut, hat man auch für die Unterlassung Konsequenzen zu erwarten. 

Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun!

Molière

Die Gründe dafür liegen oft in unserer Vergangenheit

Gründe für diese Verhaltensweisen sind in unserer Vergangenheit zu suchen. Schlechte Erfahrungen haben zu bestimmten Einstellungen oder Glaubenssätzen geführt, die wir übernommen haben. Haben wir in der Kindheit beispielsweise gelernt, bestraft zu werden, wenn wir etwas vergessen haben, können wir ein gestörtes Verhältnis zu Verantwortung entwickeln. Oder wurden wir für unsere Ehrlichkeit bestraft, haben wir uns später angewöhnt, uns aus der eigenen Verantwortung zu stehlen und Ausreden zu erfinden. Es ist also bei uns die Einstellung entstanden, dass es besser ist, nichts zu tun, weil man dann einer Bestrafung entgeht.

Eigenverantwortung ist nicht leicht – zahlt sich aber aus!

Es ist nicht leicht, die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Doch es ist machbar! Wir müssen uns zuallererst darüber klar werden, dass wir nur ein Leben besitzen und nur WIR unser Leben leben – niemand anderer sonst. Das heißt nicht, dass wir für alles in unserem Leben die Schuld tragen. Denn das tun wir nicht. Jedoch tragen wir die volle Verantwortung dafür, wie wir auf Situationen und Umstände in unserem Leben reagieren. Außerdem hilft Eigenverantwortung dabei, das innere Gleichgewicht wieder herzustellen, was zur Stressvermeidung führen kann.

Hier einige Tipps, um unsere Selbstverantwortung zu steigern:

  1. Dazu gehört in erster Linie, dass wir aufhören müssen, anderen die Schuld für unsere Probleme zu geben, und uns eingestehen, dass wir allein für unser Leben und dessen Umstände verantwortlich sind.
  2. Wir müssen uns eingestehen, dass wir nicht vollkommen und Fehler akzeptabel sind. Das erleichtert das Übernehmen von Verantwortung für das eigene Handeln.
  3. Jammern oder sich über etwas oder irgendjemanden aufzuregen ist hausgemacht. Wir müssen uns klarmachen, dass wir diese Gefühle selbst zulassen und uns selbst dafür entscheiden, ob wir uns als Opfer fühlen und leiden wollen. Das verbraucht Energie und kann auch die Gesundheit schädigen. Diese Gefühle ändern nichts an der Situation und wir fügen uns damit nur selbst Leid zu, indem wir uns schlecht fühlen. Verantwortung für unsere Gefühle zu übernehmen macht uns unabhängig von Bewertungen anderer. Wir nehmen Ablehnung nicht mehr persönlich und werten sie nicht als Angriff gegen unsere Person und Schuldgefühle bleiben aus.
  4. Selbstreflexion fördert das eigene Denken. Unsere Probleme werden nicht ignoriert oder sie anderen Personen zugeschoben. Mit der Reflexion unseres eigenen Handelns akzeptieren wir unsere Schwächen und fördern unsere Selbstakzeptanz. 
  5. Wir müssen akzeptieren lernen, dass jeder für seine eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Gefühle selbst verantwortlich ist. Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass wir nicht für die Gefühle oder Bedürfnisse anderer die Verantwortung übernehmen. Das mag hart klingen, aber jeder macht sich seine Gefühle schlussendlich selbst. Trotzdem sind wir natürlich nicht von der Verantwortung des sozialen Umgangs entbunden.
  6. Durch unsere Eigenverantwortung haben wir immer die Freiheit zu entscheiden, wie wir uns fühlen. Damit machen wir unser Wohlempfinden nicht von anderen Personen abhängig und geben uns Sicherheit und Kontrolle in unserem Leben.
  7. Wir müssen uns bewusst machen, dass wir anderen Menschen eine ganze Menge Macht über uns verschaffen, wenn wir ihnen die Schuld an unserer Situation zuweisen. Eigenverantwortung führt zu Freiheit und eröffnet uns neue Möglichkeiten im Leben, da wir nicht das Opfer von Umständen oder anderer Menschen sind. 
  8. Anstatt in Selbstmitleid zu versinken, sollten wir ins Tun kommen! Wir müssen uns bewusst machen, wie wir unsere Situation verbessern können und dann auch damit beginnen. Es bringt nichts, den Blick nur auf die Vergangenheit zu richten, denn wir leben im Hier und Jetzt!

Wenn auch du mehr Verantwortung für dich selbst übernehmen willst, hast du den ersten Schritt bereits getan, indem du diesen Beitrag gelesen hast. Möchtest du dein eigenverantwortliches, selbstbestimmtes Leben leben und weißt noch nicht genau, wie du es anstellen sollst, begleiten wir dich gerne mit unseren Coachings. Hab den Mut zu dir selbst!

Deine Mel


Beitragsbild: ©pathdoc / stock.adobe.com

Fragen und Antworten

Fragen und Antworten

Wie finde ich den richtigen Coach?

Was ist mir wichtig?

Zuerst solltest Du Dir klar machen, was Du von Deinem Coaching erwartest.

Was willst Du erreichen? Frage Dich, inwieweit Dich das Coaching unterstützen soll. Welche Ziele hast Du? Was möchtest Du verändern? Vielleicht hast Du schon Erfahrung in Sachen Coaching/Therapie und möchtest ein gezieltes "Feintuning" in einem konkreten Bereich. Hier kann es hilfreich sein, sich jemanden zu suchen, der sich auf genau diesen Bereich spezialisiert hat (z.B. Führungskräftetraining o.ä.). Möglicherweise hast Du aber auch das Bedürfnis, grundsätzlich etwas zu verändern oder Dich mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen. Dann macht es durchaus Sinn, sich an einen Persönlichkeitscoach/-trainer zu wenden. Entscheidend ist neben der Qualifikation des Coaches auch gegenseitige Sympathie. Studien belegen, dass die Beziehung zwischen Coach und Coachee einen großen Einflussfaktor für ein erfolgreiches Coaching darstellt. Also höre bei Deiner Wahl ruhig auf Dein Bauchgefühl!

Vor dem Coaching ist nach dem Coaching

Du solltest Dir überlegen, wie hoch Dein Budget für die Investition in Dich sein darf. Dementsprechend kannst Du Dich auf die Suche in dem entsprechenden Preissegment machen. Du wirst schnell merken, dass die Preisspanne relativ groß ist. Auch hier gilt, höre auf Dein Bauchgefühl und informiere Dich! Ein seriöser Coach hat nichts zu verbergen und Du wirst alle nötigen Informationen auf seiner Website finden oder in einem Vorgespräch erhalten. Die Preise sollten für Dich transparent und nachvollziehbar sein, damit Du abschätzen kannst, ob es in Dein Budget passt. Es macht keinen Sinn, wenn Du ein Coaching beginnst, was Du irgendwann abrechen musst, weil Dein Budget erschöpft ist. Ein seriöser Coach wird diesen Punkt im Vorfeld mit Dir besprechen. Grundsätzlich denke ich, dass in jedem Preissegment gute und schlechte Coaches zu finden sind. Solltest Du jedoch das Gefühl haben, dass der hochpreisige Coach genau der richtige Coach für Dich ist, dann sei es Dir auch wert!

Was bist Du bereit, zu investieren?

Bevor Du mit Deinem Coaching startest, vereinbare ein Vorgespräch. Jeder seriöse Coach wird im Vorfeld die Rahmenbedingungen mit Dir abklären und Dich kennen lernen wollen. Das kann persönlich oder telefonisch erfolgen, ist aber unerlässlich! Besprochen werden sollten dabei auf jeden Fall Dein Anliegen, Deine Erwartungen, die Dauer des Coachings, die Kosten und eventuell auch die Methoden. Es gibt eine große Vielfalt an Methoden und Tools, die in Coachings angewandt werden. Nicht alles passt zu jedem! Deshalb ist es wichtig, im Vorfeld zumindest im Ansatz zu klären, was auf Dich zukommt. Was nutzt Dir ein Coach, der mit Hypnose arbeitet, wenn Du Angst davor hast und Dich dagegen sperrst? Und nochmal - höre auf Dein Bauchgefühl! Wenn die Chemie im Vorgespräch nicht stimmt, schau Dich einfach weiter um. Du musst Dich wohlfühlen, um erfolgreich an Dir arbeiten zu können. Gleiches gilt natürlich auch für den Coach.

Je detaillierter Du im Vorfeld alles erfragst, um so geringer ist Dein Risiko, böse Überraschungen zu erleben!

 

Alles Liebe,

Deine Violetta.