Glücksklee und Silbekraut

Goldener Herbst oder Winter-Blues?

Der umgangssprachliche Begriff Winter-Blues bezeichnet eine Saisonal abhängige Depression (kurz SAD). Hierbei handelt es sich um eine Saisonal-affektive Störung, die in den Herbst- und Wintermonaten auftritt.

Statistische Erhebungen in den USA sprechen von ca. 11 Millionen Betroffenen jährlich und rund weiteren 25 Millionen Menschen, die an einer leichten Form des Winter-Blues leiden. Für Deutschland dürften die Zahlen im Verhältnis ähnlich aussehen.

@Aline Nickel

Wenn die Tage kürzer werden, kann der Lichtmangel den Schlaf-Wach-Rhythmus sowie andere bio-chemische oder hormonelle Prozesse (z.B. Hunger und Leistungsfähigkeit) beeinflussen und durcheinander bringen. Außerdem kann das verminderte Tageslicht Probleme mit den Neurotransmittern Melatonin und Serotonin verursachen. Serotonin beeinflusst unsere Stimmung, es ist auch bekannt als das sogenannte “Glückshormon”. Seine Produktion fällt im Herbst/Winter häufig ab. Melatonin hingegen macht uns schläfrig und ist in der trüben Jahreszeit häufig erhöht. Dopamin hingegen ist bei einer SAD nicht beeinträchtigt.

Grundsätzlich kann jeder Mensch an einer Saisonal abhängigen Depression erkranken. Häufig betroffen sind jedoch bestimmte Personengruppen:

– Menschen, die in Regionen leben, in denen die Wintertage sehr kurz sind oder
es große Veränderungen in der Dauer des Tageslichts gibt
– es erkranken viermal so viele Frauen wie Männer an einer SAD
– die am häufigsten betroffene Altersgruppe sind Menschen zwischen 15 und 55
Menschen, deren nahe Verwandte ebenfalls an einer Winterdepression leiden

Die Symptome können ähnlich denen einer Depression sein, jedoch weist die Winterdepression häufig ganz spezifische Symptome auf.

– erhöhtes Schlafbedürfnis, Schläfrigkeit auch tagsüber
man fühlt sich lustlos, traurig, ängstlich, ist gereizt
– man verliert das Interesse an sonst üblichen Aktivitäten
– man isst mehr, das Verlangen nach Kohlehydraten ist stärker
Gewichtszunahme

Häufig beginnen erste Symptome bereits im September/Oktober und halten bis in das Frühjahr (April/Mai) an.

Was tun, wenn Dich der Winter-Blues erwischt hat?

– Tageslichtleuchten verwenden und die Wohn- und Arbeitsräume möglichst hell
gestalten
– raus in die Natur! Sport und Bewegung regen die Serotonin Produktion an
– eine psychologische Beratung oder eine Psychotherapie können helfen, mit den
Symptomen besser umzugehen
– Einnahme von Antidepressiva

Bei anhaltenden Symptomen ist es ratsam, diagnostisch abzuklären, ob eventuell eine andere Erkrankung oder Störung vorliegt wie z.B. eine Depression, ein Burnout oder auch eine organische Ursache.

Quelle: Universität von Connecticut, 2013

Weitere Informationen zum Thema findest Du hier: Asklepios, AOK-Bundesverband

Wenn Du das Gefühl hast, an einer Saisonal abhängigen Depression zu leiden und Dir Unterstützung wünschst, kontaktiere bitte einen Therapeuten oder Arzt!

In akuten Situationen oder bei suizidalen Gedanken wende Dich bitte umgehend an einen Krisennotdienst. Die Kontakte findest Du hier.

Deine Vio